Eine nachhaltige Entwicklung ist eine Entwicklung, die zu mehr Nachhaltigkeit führt. Bildung für nachhaltige Entwicklung will diese Entwicklung unterstützen. In einer ersten Näherung wollen wir Bildung für nachhaltige Entwicklung daher als pädagogische Antwort auf den Nachhaltigkeitsdiskurs verstehen.
Eine andere und erhellende Definition bieten: Vereinte Nationen (2005, S.1): „Die Bildung für nachhaltige Entwicklung stärkt und entwickelt die Möglichkeiten von einzelnen Personen, Gruppen, Gemeinschaften, Organisationen und Ländern, Einschätzungen und Entscheidungen zu Gunsten einer nachhaltigen Entwicklung zu treffen. Sie kann Einstellungen und fixe Meinungen von Menschen ändern, somit unsere Welt sicherer, gesünder und wohlhabender machen und dadurch die Lebensqualität verbessern. Bildung für nachhaltige Entwicklung kann zu kritischer Betrachtung, stärkerem Bewusstsein und neuer Kraft führen, wodurch neue Visionen und Konzepte entstehen und neue Methoden und Instrumente entwickelt werden können.“
Das Überleben der Menschheit hängt eng mit der Frage zusammen, ob es künftig gelingt, die Umwelt wesentlich besser als bisher zu schützen. Die Diskussion um den Klimawandel hat das in den vergangenen Jahren vielen Menschen weltweit deutlich vor Augen geführt; andere vergleichbar brisante Themen wie die biologische Vielfalt oder der Schutz der Böden haben nicht ganz diese Popularität erreicht. Gleichzeitig hat die Menschheit dringende Entwicklungsprobleme zu lösen; täglich sterben weltweit ca. 50.000 Menschen an den Folgen von Hunger und Mangelernährung; der Zugriff auf lebenswichtige Ressourcen wie Boden, Nahrungsmittel oder Brennstoffe ist extrem ungerecht verteilt.
Im Jahr 1992 hat die internationale Staatengemeinschaft auf der UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung die Agenda 21 verabschiedet. Die Agenda 21 ist ein politisches Aktionsprogramm, das die genannten Probleme näher analysiert, konkrete Lösungsmöglichkeiten aufzeigt und Verantwortliche benennt.
Die Agenda 21 baut auf dem Leitbild der nachhaltigen Entwicklung auf (Original aus dem Englischen: sustainable development. Synonyme: dauerhafte Entwicklung, nachhaltig zukunftsverträgliche Entwicklung, etc.). Das Ziel ist eine "Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass zukünftige Generationen ihre Bedürfnisse nicht befriedigen können." (Vereinte Nationen 1990, S. 26)
Schrittweise verbreitet sich die Erkenntnis, dass die nachhaltige Entwicklung eine ganz neue Herausforderung (auch) für das Bildungssystem darstellt. Dafür wurde im deutschsprachigen Raum der Begriff Bildung für nachhaltige Entwicklung geprägt. Es reicht hierbei nicht aus, ein paar zusätzliche Lehreinheiten zum Umweltschutz oder zur globalen Gerechtigkeit in den Stundenplan aufzunehmen - vielmehr steht das Bildungssystem vor der grundsätzlichen Frage, wie junge Menschen auf ein Leben in einer Welt vorbereitet werden sollten, die von den oben skizzierten Herausforderungen geprägt ist.
Auf umweltschulen.de finden Sie vielfältiges Material, das Sie für die Bildung für nachhaltige Entwicklung nutzen können. Hier im Bereich "Agenda 21 und Bildung für nachhaltige Entwicklung" sollen dazu die Grundlagen und Hintergründe vorgestellt werden.
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Der Arbeitsbereich "Agenda 21 und Bildung für nachhaltige Entwicklung" auf umweltschulen.de entstand in Kooperation mit dem Fernstudiengang Umwelt&Bildung der Universität Rostock.