| Übersicht Zwischenbilanz Ausgangspunkt Von Öko- zu Nachhaltigkeits-Audits Audit - Instrument und Ziel Was passiert in den Schulen? Entwicklungsbedarf Innovation durch Kooperation Erste Empfehlungen |
Steckbrief Sie finden hier eine kurze Beschreibung des Themas und eine Zwischenbilanz des Modellversuchs in Düsseldorf. Nach zweieinhalb Jahren Laufzeit werden Ergebnisse vorgestellt und einige Schlussfolgerungen dargestellt. Dabei geht es um die Fragen nach der Nützlichkeit des Instruments für Schulen und um Empfehlungen für die schulische Praxis. |
Kontakt Projektkoordinator Klaus Kurtz Umweltamt der Stadt Düsseldorf Brinckmannstraße 7 40225 Düsseldorf Tel.: 0211/89-25051 FAX: 0211/89-29031 e-mail: KlausKurtz@t-online.de |
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ZwischenbilanzDer Modellversuch "Öko-Audit/Nachhaltigkeits-Audit in Schulen" in Düsseldorf startete im Sommer 1999 und wird im Sommer 2004 abgeschlossen sein. Insgesamt ist der Modellversuch damit auf fünf Jahre Laufzeit angelegt. Eine auch wissenschaftlich begleitete Auswertung der Versuchsergebnisse wird am Ende des Modellversuchs vorliegen. Eine Implementation der Ergebnisse in NRW ist angestrebt. Nach zweieinhalb Jahren Arbeit in Düsseldorf können vorläufige Ergebnisse dargestellt und einige Schlussfolgerungen gezogen werden, die die Fragen nach der Nützlichkeit des Instruments für Schulen und nach einer empfohlenen schulischen Praxis im Umgang damit beantworten. |
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AusgangspunktIn den letzten Jahren ist die EMAS-Verordnung der Europäischen Union, die ursprünglich Industriebetrieben die freiwillige Einführung zertifizierbarer Umweltmanagment-Systeme ermöglichte, auch für Verwaltungen und Schulen geöffnet worden. In der Folge haben einige wenige Schulen im Deutschland erfolgreich Zertifizierungen nach diesem Standard erreicht. Andere Schulen haben die Grundidee aufgegriffen und sogenannte Öko-Audits auf unterschiedlichem Niveau ohne offizielle Zertifizierung durchgeführt. Im Rahmen des Programms "21" (Bildung für eine nachhaltige
Entwicklung), das das Bundesministerium für Bildung und Forschung
zusammen mit 15 von 16 Bundesländern aufgelegt hat, wird z.Zt.
ein fünfjähriger Modellversuch mit dem Ziel der Modernisierung
von Bildung durchgeführt. Im Rahmen dieses Modellversuchs wird
eine Vielzahl von Themen und Methoden in ausgewählten Modellschulen
getestet. Eines der als vielversprechend angesehenen Instrumente
ist das Umwelt- bzw. Öko-Audit in Schulen. |
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Von Öko-Audits zu Nachhaltigkeits-AuditsDer Modellversuch orientiert sich u.a. an der Zielrichtung des Abschlussdokuments des UNO-Gipfels von Rio de Janeiro 1992. Der Nachhaltigkeitsbegriff der Agenda 21 betont den Zusammenhang ökologischer, wirtschaftlicher und sozialer Aspekte. Die Beschränkung des Öko-Audits auf den Bereich der Ressourcenverbräuche wird deshalb für eine pädagogische Einrichtung in diesem Zusammenhang als nicht ausreichend angesehen. Es wird vorgeschlagen, nicht nur umweltbezogene und betriebswirtschaftliche Daten über den Zustand einer Schule zu erheben, sondern darüber hinaus auch Lerninhalte, Lernbedingungen und soziale Gesichtspunkte bis hin zu entwicklungspolitischen Zusammenhängen ("globale Verantwortung") zu thematisieren. Nordrhein-Westfalen ist eines von insgesamt vier Bundesländern, in denen sich Schulen mit dieser Thematik beschäftigen. Geprüft wird im Rahmen des Modellversuchs "Agenda 21 in der Schule" in NRW die Eignung von Öko-Audits für eine Bildung für eine nachhaltige Entwicklung. Geprüft wird außerdem, mit welchen Indikatoren Nachhaltigkeit in Schulen gemessen werden kann und ob und wie sich das Instrument ausweiten oder verändern lässt zu einem besser an die Aufgaben und Bedürfnisse der Institution Schule angepassten Management-System. Zur Bezeichnung dieser Entwicklungsaufgabe wird zur Zeit der Begriff Nachhaltigkeits-Audit verwendet. Zwei Ergebnisse des fünfjährigen Modellversuchs in Düsseldorf werden deshalb sein:
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10 Schritte zum Audit in Schulen
Schulprogramm NRW |
Audit - Instrument und ZielSchulen, die sich einer Auditierung unterziehen, sollten eine Folge von systematischen Schritten beachten:
Ziel der Schulen in dieser ersten Phase des Audit-Prozesses ist ein veröffentlichtes Umwelt- bzw. Nachhaltigkeitsprogramm, in dem die Untersuchungsergebnisse dokumentiert, Maßnahmen zur Verbesserung der vorgefundenen Situation formuliert sind und ein Management-System mit klaren Verantwortlichkeiten zur Realisierung der Maßnahmen beschrieben ist. Die Realisierung der Ziele erfolgt im festgelegten Zeitraum. Ein erster Zyklus in einem als spiralförmig verstandenen wiederholt anzuwendenden Prozess der Qualitätsverbesserung wäre damit durchgeführt. Das Audit als Verfahren bietet eine Reihe von Vorteilen:
Die Parallelen zum Prozess der Schulprogrammarbeit in NRW sind
offensichtlich: Selbstevaluation, Modernisierung von Bildungsprozessen
und Schulentwicklung sind auch hier das Ziel. |
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Stand der Arbeit in den Schulen
Empfehlungen zum Projektmanagement
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Was passiert in den Modellschulen?Die Akteure im Audit-Prozess der Schulen sind die Schülerinnen und Schüler im Mittelpunkt. Sie lernen
Themen wie Energie- und Wassersparen, Müllvermeidung, umweltfreundliche Büromaterialien, naturnahe Schulgeländegestaltung, gesunde Ernährung, Behindertenintegration, Lernen unter Lärmeinwirkungen, Untersuchung der Beförderungskosten im ÖPNV unter ökologischen wie sozialen Gesichtspunkten oder die Verwendung von Produkten der sogenannten Dritten Welt stehen in unterschiedlichsten Fächern der Modellschulen auf dem Stundenplan. Die Themen werden nicht nur theoretisch im Unterricht behandelt, sondern Schüler erforschen selbstständig mit geeigneten Methoden und Instrumenten bspw. die Müllmengen oder den Energieverbrauch in der Schule, machen sich die Folgen des eigenen Ressourcenverbrauchs klar und entwickeln ein konkretes Programm für die eigene Schule, was verbessert werden kann. "Welchen Müll produzieren wir überhaupt und warum?" "Wie können wir den Müll trennen, besser noch vermeiden?" "Welches Verbesserungsziel ist realistisch?" "Wie können alle Beteiligten langfristig motiviert werden?" An solchen Fragen wird deutlich, dass es nicht nur um ein paar übervolle Mülleimer oder drei Grad zu viel Raumtemperatur geht. Ein Öko- bzw. Nachhaltigkeits-Audit ist ein Selbstverständigungsprozess innerhalb einer Schulgemeinde. "Was tun wir mit welchen Folgen (für uns als Individuen - für die Welt)?" "Welche Verantwortung können und wollen wir in Zukunft übernehmen (lokal - global)?" Im Sinne der Nachhaltigkeit geht es um ein Abwägen wirtschaftlicher, sozialer und umweltrelevanter Probleme, die unabhängig voneinander nicht gelöst werden können. Und da muss Schule sich nicht auf Ressourcenverbräuche beschränken. Themen könnten sein:
Es wird deutlich, was ein Verfahren aus der Industrie eigentlich
in einer Bildungseinrichtung zu suchen hat. Schüler (und auch
Lehrer) lernen exemplarisch ein modernes Instrument der freiwilligen
Selbstregulation in der Zivilgesellschaft kennen: "Wie kommt
eine Gemeinschaft eigentlich zu einer zukunftsfähigen Vorgehensweise?"
"Welches Wissen ist nötig, welche Methoden müssen
beherrscht werden, um immer komplexere Entscheidungen treffen zu
können?" Am exemplarischen Beispiel des Audit-Verfahrens
können Qualifikationen gelernt werden, die in der heutigen
Berufswelt und im gesellschaftlichen Leben gefordert sind. Im Modellversuch
sind diese Qualifikationen unter dem Oberbegriff "Gestaltungskompetenz"
formuliert: "Unter Gestaltungskompetenz wird das nach vorne
weisende Vermögen verstanden, die Zukunft von Gemeinschaften,
in denen man lebt, in aktiver Teilhabe im Sinne nachhaltiger Entwicklung
modifizieren und modellieren zu können." |
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EntwicklungsbedarfFür die Öko- bzw. Umwelt-Audits gibt es formulierte Standards in Bezug auf den notwendigen Management-Prozess, Untersuchungsbereiche, Erhebungsmethoden, Kommunikation der Ergebnisse, Validierung und Zertifizierung (EMAS, ISO 14001). Ob diese Standards für Institutionen wie Schulen sinnvoll bzw. ausreichend sind, ist unter dem Gesichtspunkt des Kerngeschäfts der Institution, nämlich Bildung zu vermitteln, und die in den Schulen zur Verfügung stehenden Ressourcen an Personal und Finanzen zu hinterfragen. Für "Nachhaltigkeits-Audits" existieren bisher keine
Standards. Zu klären ist, anhand welcher Indikatoren nachhaltige
Entwicklung in Schulen aufzeigbar ist, welche Instrumente und Untersuchungsmethoden
geeignet sind, nicht nur quantitative Daten zu erheben, sondern
auch qualitative Faktoren zu erfassen, und wie ein Nachhaltigkeits-Audit
validiert und zertifiziert werden könnte. |
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Partner im Düsseldorfer Arbeitskreis "Öko-Audit/ Beispiele für Kooperation Einsparergebnisse Vorschau Berichterstattung Nachhaltigkeit in Unternehmen Fifty-Fifty-Modell der |
Innovation durch KooperationIm Düsseldorfer Modellversuch wurde von Anfang an darauf gesetzt, die angestrebten Innovationen durch Kooperation unterschiedlicher Partner zu Wege zu bringen. Fachleute aus unterschiedlichen Sachgebieten, Menschen aus verschiedenen "Arbeitskulturen" wie Firmen, öffentliche Verwaltung, freie Träger, NGOs und Schulen arbeiten im Düsseldorfer Projekt zusammen. Es sind beachtliche Erfolge der zweieinhalbjährigen Kooperation zu verzeichnen:
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Beispiel: Einsparungen in der Gesamtschule Schwerte
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Erste Empfehlungen aus den Erfahrungen im ProjektEs lassen sich zum jetzigen Zeitpunkt aus den bisherigen Erfahrungen im Düsseldorfer Projekt schon Erkenntnisse gewinnen, was ein Audit in Schulen leisten kann:
Auch zur Frage, für welche Schule sich ein Audit eignet, können erste Einschätzungen wiedergegeben werden:
Inzwischen können auch förderliche Faktoren für erfolgreiches Vorgehen in Schulen aus den Erfahrungen im Düsseldorfer Projekt benannt werden:
Auch zum Nutzen von Kooperation mit schulischen und außerschulischen Partnern können aus den Erfahrungen des Düsseldorfer Projekts Schlussfolgerungen gezogen werden:
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Klaus Kurtz