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Offizielles Projekt der Unesco-Dekade Bildung fuer nachhaltige Entwicklung

Öko-Audit und Nachhaltigkeitsaudit in Schulen

Gliederung

  1. Öko-Audit in Schulen
  2. Audit und Unterricht
  3. Nachhaltigkeit in Schulen messen?!
  4. Ein Zertifikat für Schulen?
  5. Schlussfolgerungen für Schulen
  6. Quellen

Öko-Audits werden inzwischen in zahlreichen Unternehmen erfolgreich realisiert. Auch Schulen können ein Öko-Audit durchführen, sie erzielen dabei in der Regel gute Erfolge beim Umweltschutz und beflügeln gleichzeitig die Umweltbildung (siehe dazu nachfolgend den Abschnitt Öko-Audit in Schulen).

Trotz dieser Erfolge wird - zu Recht - kritisiert, dass das Audit-Verfahren für die Bedürfnisse der gewerblichen Wirtschaft erdacht wurde und daher die spezifischen Bedürfnisse der Bildungseinrichtung Schule nur bedingt erfüllt:

Angesichts dieser Kritik am klassischen Öko-Audit experimentiert gegenwärtig eine ganze Reihe von Schulen damit, ein Verfahren zu entwickeln, das den eigenen Bedürfnissen stärker Rechnung trägt. Das Stichwort dafür ist Nachhaltigkeitsaudit. Folgende Fragen stehen dabei auf der Tagesordnung:

  1. Wie kann das Audit mit dem Kern von Schule - mit dem Unterricht - verkoppelt werden?
  2. Wie kann die Nachhaltigkeit der Bildungseinrichtung Schule gemessen werden?
  3. Soll es eine externe Zertifizierung für Schulen geben und wenn ja auf welchem Anforderungsniveau und in welchem Organisationsrahmen?

Öko-Audit in Schulen

Grundlagen

Das Öko-Audit bzw. Umweltmanagement dienen dazu, den Umweltschutz in der Privatwirtschaft zu verankern. Der zentrale Gedanke ist, dass Umweltschutz im Unternehmen organisiert werden muss.

Das Umweltmanagement soll helfen, dass Umweltaufgaben systematisch erkannt und gelöst werden. Folgende Schritte sind zu absolvieren:

Zwei Systeme zum Öko-Audit

Das System der Europäischen Gemeinschaft basiert auf der EMAS-Verordnung (seit 2001 fortgeschrieben zur EMAS II). EMAS=Environmental Management and Audit Scheme=Verfahren für Umweltmanagement und Umweltbetriebsprüfung.

Zudem gibt es das privatwirtschaftliche System, das in den internationalen Normen ISO 14.001ff festgeschrieben ist.
ISO=Internationale Standardisierungs Organisation

Im Begriff Öko-Audit steckt zusätzlich der Gedanke, die Arbeit des Umweltmanagements in gewissen Zeitabständen kritisch zu überprüfen. Damit sollen Schwachstellen erkannt und Korrekturen ermöglicht werden. Ein solches Audit kann alleine darauf zielen, intern die Arbeit zu optimieren. Es kann jedoch auch dazu dienen, die Umwelt-Leistungen des Unternehmens in der Öffentlichkeit darzustellen. Dazu wird eine Umwelterklärung veröffentlicht. Ein unabhängiger Gutachter überprüft, ob das Umweltmanagement normgerecht arbeitet, und im positiven Fall erhält das Unternehmen ein Europäisches Prüfzeichen.

Das hier geschaffene Instrumentarium zielt darauf, den Umweltschutz als eine Managementaufgabe fest in den Unternehmen zu verankern. Umweltschutz ist nicht mehr die Summe einzelner Maßnahmen, die oft zufällig (bspw. entsprechend dem Engagement Einzelner oder entsprechend aktueller gesetzlicher Regelungen) auf die Tagesordnung kommen. Er wird vielmehr von der obersten Leitung her als eine langfristige strategische Aufgabe verstanden. Eine kontinuierliche Verbesserung der Umweltsituation wird angestrebt.

Der Weg in die Schulen

Im Jahr 1998 hat die Bundesregierung in einer Verordnung festgelegt, dass sich auch Verwaltungen, Schulen und Dienstleister an dem Europäischen System zum Öko-Audit beteiligen dürfen. Seitdem haben mehrere Dutzend Schulen Öko-Audits absolviert. Die nachfolgende Abbildung verdeutlicht beispielhaft den Audit-Prozess der Hulda-Pankok-Gesamtschule in Düsseldorf (um sich vom gewerblichen Öko-Audit abzugrenzen, hat die Schule einen anderen Titel gewählt).

Für Schulen gibt es gute Gründe, sich auf den langwierigen und anstrengenden Prozess eines Audits einzulassen:

Schulen sind dem gesetzlichen Bildungs- und Erziehungsauftrag verpflichtet, welcher Umweltbildung einschließt. Im Land Mecklenburg-Vorpommern sollen Schulen"die Verbundenheit der Schüler mit ihrer natürlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Umwelt" fördern. Praktischer Umweltschutz im alltäglichen Schulbetrieb hilft den Schulen, diesen Teil ihres Auftrages besser wahrzunehmen. Die Schulen in Mecklenburg-Vorpommern sind zudem aufgefordert, die Schüler zu befähigen, "aktiv und verantwortungsvoll am sozialen, wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Leben teilzuhaben." Hier soll die Fähigkeit zur Partizipation ausgebildet werden; auch in dieser Hinsicht kann der Umweltschutz als Modell dienen.

Beispiele für schulisches Öko-Audit

Zehn Schritte zum Audit in Schulen

Gegenüber der in vielen Schulen üblichen Praxis, wonach Umweltschutz das Hobby von Einzelkämpfern ist, wird der Umweltschutz nun zu einer Managementaufgabe, die systematisch und langfristig verfolgt werden muß. Der Rahmen für den Umweltschutz (Umweltpolitik, Umweltmanagementsystem, Umweltziele und Umweltprogramm) wird von der obersten Leitungsebene eingesetzt. Der Umweltschutz erhält damit eine neue Qualität von Verbindlichkeit. Dies verbessert insgesamt die Ergebnisse der Umweltarbeit; es stellt zudem eine wertvolle Unterstützung für die Akteure dar.

Schulen haben erhebliche Potentiale, Umweltentlastungen zu erzielen. Das ist nichts neues. Das Umweltmanagement kann jedoch helfen, diese Potentiale systematisch und langfristig zu erschließen.

Einsparungen im Ressourcenverbrauch führen zu Kostenentlastungen. Auch diese können mittels eines geeigneten Umweltmanagements zielgerichteter realisiert werden.

 

Nach dieser Einführung werden nun die aktuellen Herausforderungen für die Entwicklung eines schulspezifischen Auditverfahrens skizziert.

 

Audit und Unterricht

Die bisherigen schulischen Öko-Audits leben ganz wesentlich vom Engagement einzelner Lehrerinnen und Lehrer, die erhebliche Teile der Arbeit ohne zusätzliche Bezahlung außerhalb ihrer Unterrichtstätigkeit leisten. Ein so angelegtes Audit wird sich kaum auf eine größere Anzahl weiterer Schulen übertragen lassen, und es wird auch streng genommen den spezifischen Anforderungen der Bildungsanstalt Schule nicht wirklich gerecht.

Die wohl wichtigste Herausforderung bei der Entwicklung eines Nachhaltigkeitsaudits besteht daher in einer Anbindung an Kern der Schule, an den Unterricht!

Ein Lerner-Zertifikat in Schleswig-Holstein

Die Schule muss vom Unterricht her modernisiert werden! Und die Grundfrage für ein schulisches Audit ist nicht, ob z.B. einige Kilowattstunden Energie eingespart werden können, sondern was die Schüler dabei lernen! - So lässt sich der Ausgangspunkt einer Arbeitsgruppe in Schleswig-Holstein beschreiben, der Vertreter aus dem IPTS (Landesinstitut Schleswig-Holstein für die Praxis und Theorie der Schule), dem Schulentwicklungsprojekt "SchamAnE" (Schule als multimedialer Ausgangspunkt für nachhaltige Entwicklung) der IGS Bad Oldeslohe sowie weiterer Schulen des Landes angehören.

Levels im Lerner-Zertifikat

  1. Bestandsaufnahme
  2. Auswertung
  3. Schlussfolgerung
  4. Strategieentwicklung

Die Arbeitsgruppe will im Rahmen des groß angelegten Audit-Prozesses mehrere Teilschritte festlegen, die von Schülern realisiert werden können. Die Anforderungen an die Arbeit der Schüler sind in pädagogischen Kategorien definiert: Die Schüler sollen die Möglichkeit haben, mehrere Stufen an Fähigkeiten und Fertigkeiten (siehe rechts) zu durchlaufen und dafür ein persönliches Zertifikat zu erlangen. Darin sollen die bearbeiteten Themen (z.B. "Energie") und die jeweils erreichten Levels einzeln ausgewiesen werden. Die Gruppe will im Einzelnen festlegen, welche Grundkompetenzen für jedes Level erforderlich sind, und sie will - als Handreichung für Lehrer - Qualifikationsbausteine erarbeiten, die den Erwerb dieser Kompetenzen ermöglichen.

Dieses Vorhaben könnte ganz erheblich dazu beitragen, das klassische Öko-Audit für die Verhältnisse der Bildungseinrichtung Schule zu adaptieren. Erste Ergebnisse sind 2003/2004 zu erwarten.

Kontakt: Fritz Wimber (IPTS) und Lutz Richert (IGS Bad Oldeslohe)

Auditierung des Schulprogramms

Nachhaltigkeit im Geschwister-Scholl-Gymnasium (Teilprojekte)

  • Eine-Welt-Projekt
  • SCHOLLgarten
  • Scholl bewegt
  • Neugestaltung des Schulhofs
  • Lernen lernen
  • Abfall vermeiden bzw. trennen
  • Wassermonat
  • Energie sparen
  • Elektrosmog

Die meisten der im Düsseldorfer Arbeitskreis zum Öko- bzw. Nachhaltigkeitsaudit zusammengeschlossenen Schulen orientieren sich am gewerblichen Vorbild, sie optimieren ihre Umweltauswirkungen und beziehen dabei teilweise auch nicht-ökologische Aspekte der Nachhaltigkeit mit ein. Ihren Auditprozess nutzen sie als Lehr- und Lernprozess.

Einen grundsätzlich anderen Ansatz hat das Düsseldorfer Geschwister-Scholl-Gymnasium gewählt. Die Schule nutzt das Audit, um das Schulprogramm zu evaluieren, das sie sich vor einigen Jahren gegeben hat und das dem Leitbild der nachhaltigen Entwicklung einen zentralen Stellenwert einräumt. Im Focus des Audits steht daher der pädagogische Ertrag der einzelnen Nachhaltigkeitsprojekte. Dabei ist mit beeindruckender Deutlichkeit zu erkennen, dass die Teilprojekte nicht nur fachlich erfolgreich sind, sondern dass sie dazu beitragen konnten, Lehren und Lernen an der Schule insgesamt zu modernisieren. Innerhalb mehrerer Jahre wurden die einzelnen Projekte strukturell sehr geschickt in der Schule verankert - neben Arbeitsgemeinschaften und einer in jeder Jahrgangsstufe 6 durchgeführten Müll-Projektwoche ist dabei auch der "Wassermonat" erwähnenswert, bei dem in der Jahrgangsstufe 8 für einige Zeit fast alle Fächer aus ihrer Perspektive heraus das gemeinsame Umweltthema aufgreifen. Mit diesen Projekten wurden neue Unterrichtsmethoden etabliert (z.B. die Recherche in Online-Datenbanken), oder das Lernen selbst wird reflektiert (Projekt Lernen lernen). Die gesamte Schule hat komplizierte Lernprozesse durchlaufen (z.B. bei der Einführung einer Abfalltrennung). Und immer wieder können einzelne Schüler dafür gewonnen werden, sich in besonderer Weise im Sinne der Nachhaltigkeit zu engagieren (z.B. bei den solidarischen Aktionen "Scholl-Appell" und "Scholl bewegt").

Das Geschwister-Scholl-Gymnasium hat seine erste Nachhaltigkeitserklärung im Februar 2003 veröffentlicht.

Kontakt: Theodor Wahl-Aust, E-mail: geschwscholl-gymn@schulen.duesseldorf.de, Internet: Projekthomepage

Nachhaltigkeit in Schulen messen?!

Im Rahmen des Audit-Prozesses will sich eine Schule bezüglich Umweltbildung, Umweltschutz bzw. nachhaltiger Entwicklung kontinuierlich verbessern. Voraussetzung dafür ist eine selbstkritische Bestandsaufnahme, die zu der Erkenntnis führt, wo überhaupt die Schwachstellen liegen.

Literatur zum schulischen Öko-Audit

Publikationen aus dem Modellprojekt Audit an Düsseldorfer Schulen

Wie eine Umweltprüfung im Rahmen des Öko-Audits auszusehen hat und welche Daten dabei sinnvollerweise erhoben werden sollten, das haben bereits viele Schulen ausprobiert, und es gibt genügend Materialien, die diesbezüglich Hilfestellung vermitteln.

Wenn ein Schule sich an dem weiter gefassten Leitbild der Nachhaltigkeit messen will, muss sie hingegen Neuland betreten. Der Frage "Ist Nachhaltigkeit messbar?" ist ein eigener Beitrag auf diesem Server gewidmet. Weiter unten auf dieser Seite sollen Versuche, die Nachhaltigkeit von Schulen zu erfassen, vorgestellt werden. Im Laufe dieser aktuellen Versuche sollten folgende grundlegende Fragen beantwortet werden:

Daneben muss jede einzelne Schule für sich klären, welchem wichtigsten Ziel die Nachhaltigkeitsprüfung dienen soll, denn das wird Auswirkungen auf das Vorgehen haben.

Nachfolgend werden vier verschiedene Ansätze zur Nachhaltigkeitsprüfung skizziert.

Kernindikatoren

Kernindikatoren für Nachhaltigkeit in Schulen
(nach Teichert; Auswahl)

Ökologie

  • Abfall: Müllaufkommen in kg je Schüler und Lehrer
  • Artenvielfalt: Ökologisch gestaltete Freiflächen in Prozent der Grünflächen des Schulgeländes

Ökonomie

  • Arbeitsbedingungen: Anteil der Lehrerinnen und Lehrer, die die Kooperationsbereitschaft im Lehrerkoegium von negativ bis positiv beurteilen
  • Investitionen: Jährliche Investitionen zur Renovierung des Schulgebäudes bezogen auf die Gebäudegröße

Soziales
  • Schulklima: Anteil der Schülerinnen und Schüler, die sich in ihrer Schule wohlfühlen
  • Ernährung: Anteil der Schülerinnen und Schüler, die täglich ein Pausenbrot dabei haben (getrennt nach Altersjahrgängen)

Partizipation

  • Engagement: Anteil der Eltern, die sich für die Schule (mehr als eine Stunde pro Monat) engagieren im Verhältnis zur Gesamtzahl der Eltern
  • Unterrichtsformen: Anteil der Unterrichtsformen, in denen offene Lehr- und Lernformen praktiziert werden

Dr. Volker Teichert von der Forschungsstelle der Evangelischen Studiengemeinschaft (FEST) in Heidelberg richtet sein Augenmerk auf vier Dimensionen der nachaltigen Entwicklung: Ökologie, Ökonomie, Soziales und Partizipation. Zu jeder dieser Dimensionen werden fünf Kern-Indikatoren vorgeschlagen, mit deren Hilfe Schulen ihren Stand der nachhaltigen Entwicklung bewerten können. Hinweise zur Ermittlung werden ebenfalls gegeben.

Ökologische Kennzahlen wie das Abfallaufkommen bzw. der Wasserverbrauch pro Kopf sind bereits heute Bestandteil vieler Umwelterklärungen.

Solche Kennzahlen eignen sich gut für Bildungszwecke und für die Kommunikation. Um die nachhaltige Entwicklung in der Schule wirklich steuern zu können, müssen aber deutlich tiefergehende Informationen erhoben werden - die Kernindikatoren könnten somit die Quintessenz aus einer gründlichen Nachhaltigkeitsprüfung darstellen.

Kontakt: www.fest-heidelberg.de/

Ausführliche Checklisten

Im Arbeitskreis "Audit an Düsseldorfer Schulen" wurden Checklisten (zunächst als Entwürfe!) erarbeitet, die eine umfassende Nachhaltigkeitsprüfung in der Schule unterstützen sollen. Auch hier dient ein "Nachhaltigkeitstetraeder" als Koordinatensystem. Während das Öko-Audit Umweltthemen (mitsamt ihren ökonomischen und sozialen Aspekten!) behandelt, sollen nun gezielt nicht-ökologische Untersuchungs- und Handlungsbereiche erschlossen werden. Dazu werden sechs Themen vorgeschlagen (siehe Abbildung), für jedes wurde eine eigenständige Checkliste vorgelegt.

In einer Erprobungsphase in Schulen soll dieses Untersuchungswerkzeug weiter präzisiert werden.

Kontakt: Tilman Langner

Klassenreisen

Bereiche der Prüfung (und Zielstellung) - Auswahl

  • Ökonomie:
    Kosten (für alle Schülerinnen und Schüler bezahlbar)
  • Soziales:
    Planung (Beteiligung der Schüler)
    Unterkunft (Geeignet für Gemeinsamkeit)
  • Ökologie:
    Reiseentfernung (in der Region bleiben)
    Naturerfahrung (sollte integraler Bestandteil der Fahrt sein)

Wolf-Eberhard Fahle von der Programmwerkstatt des BLK-Programms "21" hat eine Checkliste vorgelegt, mit welcher Schulen einen Sektor des Schulbetriebs - die Klassenreisen - nach ökologischen, ökonomischen und sozialen Kriterien prüfen können.

Jede Antwort auf die Einzelfragen erbringt Punkte; für die Gesamtauswertung wird deren Summe gebildet. Maximal sind 60 Punkte erreichbar; die eigene Klassenreise kann somit ganz leicht mit diesem Idealwert verglichen werden.

 

SINa - Schulische Indikatoren für Nachhaltigkeitsaudit

Der Verein zur Förderung der Ökologie im Bildungsbereich e.V. will mit Unterstützung durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt ein neues, speziell für Schulen angepasstes Audit-Modell entwickeln. Die logische Struktur des Audits wird dabei durch die Sektoren schulischer Aktivitäten:

vorgegeben. Das Projekt SINa setzt sich folgende Ziele für die Umsetzung eines Nachhaltigkeitsaudits:

Kontakt: Verein zur Förderung der Ökologie im Bildungsbereich e.V.
Leiterin des Projekts: Dr. Andrea Schmalz

Ein eigenständiges Zertifikat für Schulen?

Wenn eine Schule die Validierung nach der EMAS-Verordnung erringen konnte, hat sie damit eine beachtliche Leistung vorgelegt - immerhin bekommt sie bescheinigt, ein professionelles Umweltmanagementsystem aufgebaut zu haben, das den gleichen Standard erfüllt, wie er auch an große Unternehmen angelegt wird.

Dennoch gibt es Zweifel, ob die EMAS-Validierung das für Schulen adäquate Mittel ist, mit dem die Leistungen im Umweltschutz und in der Umweltbildung honoriert werden sollten (siehe Validierung pro und contra).

Das nachfolgend vorgestellte Zertifizierungsmodell könnte eine Alternative zur EMAS-Validierung bieten, die den speziellen Bedürfnissen von Schulen gerecht wird.

Österreichisches Umweltzeichen Schul- und Bildungseinrichtungen

Die zehn Kriterienbereiche

  1. Umweltmanagement, Information und Soziales
  2. Umweltpädagogik
  3. Gesundheitsförderung, Ergonomie und Innenraum
  4. Energienutzung und Einsparung, Bauausführung
  5. Verkehr und Mobilität
  6. Beschaffung und Unterrichtsmaterialien
  7. Lebensmittel und Buffet
  8. Chemische Produkte und Reinigung
  9. Wasser, Abwasser, Abfallvermeidung und Reduktion
  10. Außenraum

Seit Anfang 2002 können Schulen in Österreich ein Umweltzeichen erwerben. Das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur sowie das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft haben dazu einen anspruchsvollen Standard vorgelegt.

Gegliedert in 10 Kriterienbereiche, werden umfangreiche und detaillierte Zielvorstellungen einer umweltgerechten Bildungseinrichtung dargelegt. Im Unterschied zur EMAS-Verordnung (welche Standards für das Management setzt) werden hier einzelne konkrete Umweltleistungen abgefragt, z.B. Einsatz von Recyclingpapier oder Verwendung von Lebensmitteln aus fairem Handel in der Kantine bzw. im Kochunterricht.

Dabei gibt es

Eine Schule, die diese Ansprüche erfüllt, erhält für einen Zeitraum von vier Jahren das Umweltzeichen zugesprochen, danach wird eine erneute Evaluation vorgenommen.

Schlussfolgerungen für Schulen

An der Schnittstelle vom klassischen Öko- zum schulbezogenen Nachhaltigkeitsaudit werden derzeit viele interessante und Erfolg versprechende Experimente realisiert. Das Nachhaltigkeitsaudit als Standard-Verfahren gibt es noch nicht (!), und es ist fraglich, ob sich ein solcher Standard in absehbarer Zeit durchsetzen wird (bzw. ob das angesichts der vielen zu berücksichtigenden Gesichtspunkte überhaupt wünschenswert wäre).

Eine Schule, die ein Audit realisieren will, sollte daher

Quellen

Neben den oben angegebenen Kontakten und Informationsquellen:

 

Tilman Langner im Auftrag der Landeshauptstadt Düsseldorf