Auf dieser Seite stellen wir Ihnen kurz und knapp ausgewählte Neuzugänge unserer Umweltbibliothek vor.
Schon die Widmung des Buches lässt die Intention erahnen, die die Autorin mit dem Buch hat. Es ist dem ersten wilden Wolf Norwegens gewidmet, der in Gefangenschaft lebte. In dem Buch erzählt Una, die Wölfin, ihrem Sohn, Sim, wie es war, als sie noch in freier Wildbahn lebte, und nicht in einem Zoo. Sie erzählt davon wie es war in einem Rudel zu leben, von aufregenden Jagden und wie sie Sims Vater kennengelernt hat. Sim kann sich darunter nicht viel vorstellen, er kennt nur das Leben im Zoo. Aber in der Nacht träumt er von der Welt „draußen“ und davon, dass er sie eines Tages kennenlernen kann. Im Anhang des Buches gibt es noch einige Fakten über Wölfe.
Das Buch lässt die Sehnsucht ahnen, die die Wölfin Una nach ihrer eigentlichen Welt empfindet. Und ganz bewusst beantwortet es nicht die Frage, die Sim seiner Mutter stellt: „Warum wollen die Menschen Wölfe im Zoo haben?“ Das Buch ist wunderschön illustriert von der Autorin selbst, die auch schon Bücher von Jostein Gaarder illustriert hat. Wer schon immer wissen wollte, wovon Wölfe im Zoo träumen könnten, dem sei dieses Buch empfohlen. Es ist auch gut als Einstieg in ein Wolfsprojekt in Kindergärten und Grundschulen geeignet.
Stella East: Sim das Wolfsjunge. Carl Hanser Verlag. ISBN 978-3-446-23378-2. 14,90 Euro
Dr. Christa Budde, 26.11.2009
Dieses Buch fasst die Vorträge einer Fachtagung zum Thema Umweltbildung zusammen. Richard Häusler ist Vorsitzender des Vereins TuWas e.V. und Christina Fischer Leiterin der Umweltbildungseinrichtung „Haus am Strom“. Die Fachtagung beschäftigte sich vor allem mit den richtigen Formen des Lernens, die an das Lebensumfeld der Zielgruppen sowie an die Realität der Gesellschaft angepasst werden müssen.
Den Hauptteil des Buches nimmt der Vortrag von Manfred Spitzer ein. Ihm gelingt es ein sehr anspruchvolles und komplexes Thema einfach und kurzweilig darzustellen. Er erläutert wie unser Gehirn lernt und was für eine wichtige Rolle die Lernumgebung spielt. Aus diesem Beitrag kann man wichtige Impulse für die Umsetzung von Umweltbildung und Didaktik, sogar für Erziehung allgemein mitnehmen.
Im zweiten Beitrag von Peter C. Dienel wird das Konzept der Planungszelle im Gegensatz zur Zukunftswerkstatt vorgestellt.
Der folgende Artikel von Franz J. Röll steht im Gegensatz zu dem von Spitzer. Röll vertritt die These, dass Jugendliche und auch Kinder am Computer wichtige Kompetenzen lernen können und diesem eine wichtige Rolle für die Lernumgebung gebührt.
Hartmut Bölts stellt in seinem Vortrag die Idee des Lernortenetzes vor, das er in einem Jugendwaldheim erfolgreich realisiert hat.
Im letzten Beitrag von Gertrud Wolf wird das Konzept von TuWas vorgestellt, die eine Professionalisierung der UmeltbildnerInnen fordern, vor allem hin zu einer hohen Kommunikationskompetenz.
Wer in der Umweltbildung tätig ist, erhält durch diesen Band wichtige Denkanstöße für seine Arbeit. Er regt an alte Methoden zu hinterfragen sowie neue auszuprobieren und bietet eine gute Diskussionsgrundlage.
Richard Häußler, Christina Fischer (Hsrg.) "Umwelt bildet".
oekom Verlag München, 2005.
ISBN 3-936581-95-9. 78 S.
20,80 €
Dr. Christa Budde, 16.7.2009
Um es gleich vorneweg zu nehmen: dieses Buch kann man nur empfehlen. Gerade die klassischen Naturthemen, wie Wald, Wiese Wasser, Hecke sind sehr gut aufgearbeitet. Nach allerdings sehr kurz gehaltenen Hintergrundinformationen werden Anregungen und Anleitungen gegeben, das entsprechende Thema verschiedenen Altersstufen interessant und kurzweilig zu präsentieren. Wahrnehmungsspiele, kurze Bestimmungshilfen, Lieder, Rezepte, und weiteres wird anschaulich dargestellt und wo nötig weitere Informationen gegeben.
Ein eigenes Kapitel ist dem Thema Landwirtschaft und Garten gewidmet. Darin enthalten sind nützliche Tipps zum Anlegen eines Schulgartens, Bau eines Nistkastens, Anlegen eines Schulgartens, etc.
Ein Buch, das zum sofortigen Einsetzen sowohl im Unterricht als auch im außerschulischen Bereich einlädt. Der spezielle Bezug auf das Land Baden-Württemberg nimmt nur wenig Raum ein und stört daher nicht.
Einziger Kritikpunkt: die weniger klassischen Naturthemen wie Boden, Stadt, Müll, Energie, Bewegung und Jahreszeiten hätte man sich entsprechend den vorangegangenen Kapiteln auch etwas ausführlicher gewünscht.
Bernhard Ziegler (Hrsg.): Umweltpädagogisches Handbuch für Lehrkräfte und Eltern. Prisma Media Verlag, Reutlingen, 2. Auflage 2008. ISBN: 3-938581-01-8. Preis: 25,00 €
Dr. Christa Budde, 8.6.2009
Schulkunst. Kunst verändert SchuleSchule lässt sich umgestalten. Kunst ist dabei nicht nur schmückendes Beiwerk, sondern tragende Kraft für Gestaltungsprozesse. Und jeder, wirklich jeder kann dabei seinen eigenen, unverzichtbaren Beitrag leisten - und daran wachsen. Diese Erfahrungen haben SchülerInnen, LehrerInnen und Eltern der Dieter-Forte-Gesamtschule in Düsseldorf gemacht.
Über einen Zeitraum von zehn Jahren hat die Künstlerin Ute Reeh hier vielfältige künstlerische Projekte von Schülerinnen und Schülern moderiert und betreut. Aus dem reichen Fundus der Ergebnisse und Erfahrungen schöpft sie die Inhalte für ihr Buch.
Die Autorin stellt viele kleinere Aktivitäten vor, z.B. die Gestaltung eines "Fühlbildes", oder die Aktion "Graffitti zum Mitnehmen" (welche den Drang, sich mit illegalen Graffitti zu verewigen, konstruktiv aufnimmt).
Zwei große, besonders erfolgreiche und langfristig sichtbare Projekte bilden Schwerpunkte in dem Buch:
Neben einfühlsam die Perspektiven der SchülerInnen einbeziehenden und sehr anschaulich illustrierten Berichten enthält das Buch auch Unterrichtsskizzen und praktische Tipps, die einen Transfer auf andere Schulen befördern sollen.
In einem Workshop zur Schulentwicklung einer Düsseldorfer Grundschule habe ich erlebt, wie sehr die guten Beispiele aus dem Buch Lehrerinnen und Eltern inspirieren können - diese Schule wird (neben weiteren Aufgabenfeldern) nun ihr "Toilettenproblem" künstlerisch-kreativ lösen. Was kann man besseres über ein Buch sagen, als das es solche Früchte trägt?!
Ute Reeh: Schulkunst. Kunst verändert Schule. Beltz Praxis, Weinheim, 2008. 192 Seiten, broschiert. ISBN: 978-3-407-62632-5. Preis: 24,90 Euro.
Leseproben (PDF-Dokumente, mit freundlicher Genehmigung des Beltz-Verlages):
Tilman Langner, 28.3.2009
Das Intergovernmental Panel of Climate Chance (IPCC / Zwischenstaatliche Kommission zum Klimawandel) wertet wissenschaftliche Untersuchungen zur Erderwärmung, ihren Ursachen und Auswirkungen aus und fasst diese für die Politik zusammen. Mit seinen Berichten hat es die weltweite Klimapolitik entscheidend beeinflusst. 2007 hat das IPCC seinen vierten Bericht herausgegeben, der den aktuellen Sachstand der Klimadebatte zusammenfasst und mit seinen alarmierenden Befunden das Thema Klimawandel weltweit in die Schlagzeilen gebracht hat.
Die Autoren des vorliegenden Buches stellen die wichtigsten Aussagen des Berichts vor, kommentieren diese kritisch und ergänzen sie durch vielfältige Informationen. So können der Leser oder die Leserin nicht nur die Ergebnisse der aktuellsten Szenarien und Modellsimulationen zum Klimawandel nachvollziehen, sondern sie erfahren auch, wie die Vertreter verschiedener Staaten im IPCC um deren politische Bewertung gerungen haben, was das G8-Treffen in Heiligendamm (2007) für den Klimaschutz gebracht hat oder wie das Kyoto-Protokoll für die Zeit nach 2012 weiterentwickelt werden könnte und müsste. Einzelne Aspekte des Klimawandels - so etwa der Anstieg des Meeresspiegels - werden zudem durch Beiträge von Wissenschaftlern näher beleuchtet.
Das Buch ist damit sehr gut für LeserInnen geeignet, die sich im aktuellen wissenschaftlichen und umweltpolitischen Diskurs um den Klimaschutz orientieren wollen
Wer vertieft in die Materie einsteigen will, wird dennoch auf die inzwischen auch in deutscher Übersetzung vorliegenden Original-Materialien des IPCC zurückgreifen müssen. Hierfür wäre es sehr hilfreich gewesen, wenn die Autoren die vom IPCC übernommenen Daten und Aussagen jeweils mit eindeutig rückverfolgbaren Quellenangaben versehen hätten. Dass das versäumt wurde, ist meines Erachtens der einzige ernsthafte Mangel an dem ansonsten empfehlenswerten Buch.
Michael Müller, Ursula Fuentes, Harald Kohl (Hrsg.): Der UN-Weltklimareport. Bericht über eine aufhaltsame Katastrophe. Kiepenheuer und Witsch, Köln, 2007. 256 Seiten, Taschenbuch. ISBN: 978-3-03960-3. Preis: 12,95 Euro.
Tilman Langner, 2.9.2008
Das Wasser kommt aus der Leitung. Damit ist die Sache für uns Mitteleuropäer meistens erledigt, von der Rechnung des Wasserwerks vielleicht mal abgesehen. Udo Maurer hat einen Film "Über Wasser" gedreht, der uns daran erinnert, dass es für viele Menschen auf der Welt nicht so einfach ist. Der Film zeigt Landschaften bzw. Orte sowie die Menschen, die darin wohnen und um bzw. gegen das Wasser kämpfen müssen.
Im Mündungsgebiet des Brahaputra in Bangladesh muss eine Familie umsiedeln, weil das Hochwasser ihre Insel wegspült. In der Hafenstadt Aralsk in Kasachstan träumte einst ein Junge davon, Fischer zu werden. Jetzt ist er ein Mann, und jenseits der Stadt rosten jetzt Schiffe in der Steppe - das Ufer des Aralsees hat sich dank größenwahnsinniger Bewässerungsprojekte aus der Sowjetzeit inzwischen um 100 km zurückgezogen. In einem Slum in Nairobi/Kenia kommen Wasserverkäufer und ihre Kunden - eine Mutter, ein Restaurantbesitzer - zu Wort; Trinkwasser gibt es für die Menschen hier nur im Kanister und nur gegen Bares.
"Über Wasser" ist ein Film über Naturgewalten und darüber, wie sehr wir auf elementare Naturgüter wie das Wasser angewiesen sind. Es ist ein Film über die hoch aktuelle Frage, ob Wasser eine Ware ist oder ein Menschenrecht. Es ist nicht zuletzt ein Film über Menschen und ihren alltäglichen Mut zum Überleben, der u.a. auch dadurch besonders authentisch wird, dass die Menschen ihre Stimme behalten und "nur" deutsche bzw. englische Untertitel angeboten werden.
Der Film hatte am 19.6.2008 Kinostart - vielleicht haben Sie das Glück, dass er bei Ihnen läuft, oder Sie können ein Kino dazu überreden. Zum Film gibt es ein Begleitheft bzw. ein Heft mit Schulmaterialien, das Ihnen eine unterrichtliche Einbindung erleichtert.
Über Wasser - ein Film von Udo Maurer. Österreich/Luxemburg 2007. 35 mm. Farbe. 83 Minuten. www.ueber-wasser.de. Verleih: Neue Visionen Filmverleih GmbH, www.neuevisionen.de
Tilman Langner, 26.6.2008
"Der Mensch begreift nicht, dass sein Überleben heute nicht mehr von der Bezwingung der Natur abhängt, sondern von Ihrer Bewahrung" (S. 331).
Das ganze Buch ist anhand des Lebens und Werkes von Cousteau eine Illustration dieses Wahrspruches.
Aufgrund einer zwanzigjährigen Zusammenarbeit mit Cousteau fühlt sich Susan Schiefelbein berechtigt zu einem autobiographisch angelegten Bericht über Cousteaus Leben und Forschen und seine weltweit gespannten Aktivitäten zur Erforschung der Meere und der Bewahrung unserer Umwelt. Auch wer bisher nichts über Cousteau wusste oder keinen seiner Fernsehfilme gesehen hatte - sie sollten längst wieder gezeigt werden! - bekommt ein außerordentlich detailreiches und faszinierendes Lebensbild dieses außergewöhnlichen Forschers vermittelt. Eine immense Fülle an Einzelheiten, Forschungsergebnissen und tiefschürfenden Reflexionen über Umweltprobleme auf der ganzen Welt lassen verfolgen, wie Cousteau vom begeisterten Taucher und Fischfänger zum erfindungsreichen Forscher und schließlich zum weltweit geachteten und agierenden Mahner für die Erhaltung und Bewahrung einer lebensfreundlichen Umwelt wurde.
Auf 30 S. berichtet die Coautorin zunächst Wissenswertes aus Cousteaus bewegtem Lebensweg und über die lange gemeinsame publizistische Tätigkeit. Es folgen acht Kapitel, in denen die Breite der Interessen und Aktivitäten von Cousteau dargestellt werden, wobei immer das Wasser (im Meer, in Flüssen, Seen und in Höhlen) Ausgangspunkt und Bindeglied darstellt. In ca 40 Jahren hat Cousteau eine solche Fülle von Expeditionen in allen Weltmeeren, mit jeweils neuester Tauch- und Dokumentationstechnik ausgerüstet, durchführen können, dass auf diesem Erfahrungsschatz aufbauend die ganze Breite der uns heute bewegenden Umweltprobleme in den Meeren, aber auch zu Lande und in der Luft verdeutlicht und die Bedrohtheit ihrer einzigartigen Schönheit vor Augen geführt werden kann. Besonders bewegend ist das Kap. 9: "Der heiße Frieden: Nuklearwaffen und Kernenergie", der Cousteaus Besorgnisse und Warnungen über die nur noch wenig kalkulier- und kontrollierbaren Risiken der Atomenergienutzung zur Energieerzeugung wie in der Waffentechnik darstellt. Der pessimistische Satz, der an das Eingangszitat anschließt, verdeutlicht das damit verbundene Dilemma: "Der Mensch hat sich zum höchsten Niveau an Unfähigkeit aufgeschwungen, dessen er fähig ist." (S. 331)
Die beiden letzten Kapitel ("Leben in einer Milliarde Jahren" und "Das Wunder des Lebens: der Mensch, die Orchidee und der Oktopus") bleiben Lösungen letztendlich schuldig, verdeutlichen aber die Hoffnung Cousteaus, die Unfähigkeit doch vielleicht überwinden zu können und das Leben auch kommenden Generationen auf unserer Erde zu ermöglichen.
Der Text lässt nicht erkennen, warum das Buch erst 10 Jahre nach Cousteaus Tod erschienen ist. Die letzten 10 Seiten bringen eine Zusammenfassung von Entwicklungen "was geschehen ist, seit dieses Buch geschrieben wurde", also in den 10 Jahren zwischen 1997 und 2007. Sie können eigentlich nur alle Besorgnisse, die im Buch ausgebreitet wurden, als fortexistierend auflisten.
Leider fehlt dem Buch ein Index oder auch ein zeitlich gegliederter tabellarischer Lebensabriss; beides würde meines Erachtens das Buch deutlich bereichern.
Jacques Cousteau, Susan Schiefelbein: Der Mensch, die Orchidee und der Oktopus. Mein Leben für die Erforschung und Bewahrung unserer Umwelt. Campus Verlag Frankfurt/New York 2008. 371 S., 13 Abb. EAN 9783593385648; ISBN-10: 3-593-38564-3. Preis: 24,90 Euro.
Jürgen Langner, 1.6.2008
Das Archiv der Zukunft sammelt und verbreitet Bilder des Gelingens rund um das Thema Lernen.
Warum sind Kinder die geborenen Lerner, Forscher und Entdecker? Welche Kindergärten und Schulen brauchen sie, damit sie diese wertvollen Anlagen weiterentwickeln können? Welche guten Beispiele zukunftsfähiger Bildungseinrichtungen gibt es? Wenn diese Fragen Sie bewegen, dann seien Ihnen die folgenden Dokumentarfilme von Reinhard Kahl wärmstens empfohlen:
Die Dokumentation Treibhäuser der Zukunft will aufzeigen, wie Schulen in Deutschland gelingen. Hier werden Schulen portraitiert, in denen Lust und Leistung zusammenpassen, in denen Lernen als Vorfreude auf sich selbst angesehen wird und in denen Lehrer nicht mehr belehren, sondern in denen sie Gastgeber ihrer Schüler sind und diesen mit unbedingter Solidarität bei ihren Lernprozessen zur Seite stehen. Als Beispiele dienen u.a. die Katholische Bodenseeschule St. Martin in Friedrichshafen, die Jenaplanschule in Jena, die Martin-Luther-Schule in Herten und die Montessori-Gesamtschule Potsdam. Die erweiterte Ausgabe (3 DVDs) enthält zusätzliches Material aus den besuchten Schulen und ausführlichere Interviews mit Bildungsexperten wie Hartmut von Hentig und Andreas Schleicher.
Kinder! setzt noch ein paar Jahre früher an und wendet sich Kindertagesstätten in ihrer Bedeutung als Bildungseinrichtungen zu. Der Film will u.a. das Vertrauen in den Selbstorganisationsprozess des sich entwickelnden Kindes stärken und greift dabei auf Erkenntnisse der Entwicklungspsychologie, der Säuglingsforschung und Neurobiologie zurück. Kinder kommen nicht als "unbeschriebene Blätter" zur Welt, sie müssen nicht geformt werden - vielmehr wissen schon Kleinkinder instinktiv, was sie lernen müssen und wann und wie. Wer z.B. jemals ein Kleinkind bei seinen ersten Stehversuchen beobachten konnte, hat vielleicht einen Eindruck davon bekommen, mit welcher Intensität Kinder ihr natürliches Lernprogramm absolvieren, wenn man sie dabei nicht behindert. - Der Film stellt Kitas vor, die diesen Selbstorganisationsprozessen vertrauen und ihren Kindern viel zutrauen. Ob dabei Musiker und Handwerker - also Menschen, die etwas gut können - als Botschafter aus der tätigen Welt einbezogen werden, ob Kinder zu eigenen Experimenten und Entdeckungen in der freien Natur ermutigt werden oder ob die Kita-Räume so gestaltet werden, dass sie die Kinder herausfordern: Es gibt viele Ansatzpunkte für Kindertagesstätten, die sich zu guten Einrichtungen entwickeln wollen.
Mit dem Film Eine Schule, die gelingt portraitiert Reinhard Kahl die Helene-Lange-Schule in Wiesbaden und ihre langjährige Schulleiterin Enja Riegel. Er würdigt damit eine Schule, die bereits seit Jahren ein Treibhaus der Zukunft ist.
Spitze. Schulen am Wendekreis der Pädagogik führt uns nach Skandinavien: nach Finnland, Schweden und Dänemark. In diesen Ländern werden die Kinder nicht nach Leistungsniveau selektiert und auf verschiedene Schulformen verteilt, sie absolvieren - nach der Vorschule - vielmehr eine Gesamtschule, die in Finnland z.B. neun Jahre dauert. Danach geht die Mehrzahl der Schüler aufs Gymnasium, in Schweden erwerben 75% und in Finnland 70% der Jugendlichen die Studienberechtigung. Wie gelingt es diesen Ländern, ihre Leistungsspitzen zu stärken und gleichzeitig das allgemeine Leistungsniveau zu heben? Die Lehrer und Bildungsexperten, die in dem Film zu Wort kommen, sehen mehrere Gründe dafür. Anstelle der in Deutschland üblichen Selektion steht in Skandinavien die individuelle Förderung der Kinder. Unterrichten wird nur als ein Aspekt der Schule angesehen, selber oder von Mitschülern zu lernen ist ebenso wichtig. Die Lehrer verstehen sich als Team, dessen Arbeitsplatz die Schule ist. Die Schulen sind Ganztagsschulen; Mittagessen und Freizeitangebote gehören zum Schulalltag. Und nicht zuletzt: In der Gesellschaft z.B. Finnlands hat sich schon länger die Erkenntnis durchgesetzt, dass die junge Generation als zukünftiger Leistungsträger dringend gebraucht wird - und das schlägt sich u.a. in der Finanzierung des Bildungssystems, der Achtung des Lehrerberufs und der Achtung der Schüler nieder.
In dem Film Das Wunder von Bremen wird schließlich ein Bildungsexperiment in Deutschland - das Jacobs Sommercamp - dokumentiert. Grundschüler aus einem "sozialen Brennpunkt" haben im Sommer 2004 vier Wochen gemeinsam gelebt und gelernt. Sie haben Theaterstücke erarbeitet, zwei Stunden täglich Deutsch gelernt und ihre Freizeit miteinander geteilt. Die wissenschaftliche Begleitung konnte enorme Zuwächse in der Sprachkompetenz belegen; aber auch das Selbstvertrauen der Kinder und ihr Verhalten gegenüber anderen Kindern sowie Erwachsenen hat sich spürbar weiterentwickelt. Ähnliche Sommercamps wurden daher auch in den Folgejahren durchgeführt, und mit den Forscherferien in Kiel sowie der Kinderwerkstatt Sterntaler in Kassel hat das Projekt eine Ausweitung und Weiterentwicklung erfahren.
Reinhard Kahl setzt in seinen Filmen auf die Provokation des guten Beispiels. Dieses Konzept geht auf: Die Filme können Wut machen, weil es noch immer viel zu wenig Einrichtungen und Projekte wie die hier gezeigten gibt und weil man als Zuschauer ahnt, welche Entwiclungsmöglichkeiten damit vielen Kindern vorenthalten werden. Sie können aber auch Mut machen, weil sie zeigen, dass es gute Konzepte gibt und Entwicklungen möglich sind.
Die Dokumentarfilme sind in jeweils mehreren Versionen erhältlich (insbesondere als VHS bzw. als DVD; zudem gibt es erweiterete DVD-Ausgaben mit umfangreichem Zusatzmaterial), daher soll hier auf Preisangaben und weitere Details verzichtet werden. Informieren Sie sich bitte bei www.archiv-der-zukunft.de, bei www.beltz.de oder im Buchhandel.
Tilman Langner, 20.4.2008
Die pädagogisch inszenierte Naturerfahrung geht u.a. auf Cornell zurück und gehört heutzutage zum Standardrepertoire der Umweltbildung. Aber ist sie in einer Zeit, da sich Umweltbildung zur Bildung für Nachhaltigkeit weiterentwickelt, überhaupt noch angemessen? Was bewirken Naturerfahrungen bei Kindern und Jugendlichen? Und inwieweit wurde das Konzept der Naturerfahrungspädagogik seit den ersten Veröffentlichungen von Cornell weiterentwickelt? Derartigen Fragen war die Salzburger Tagung "Natur erleben. Neues aus Forschung und Praxis der Naturerfahrung" gewidmet, die in dem vorliegenden Band dokumentiert wird.
Antworten wurden überwiegend aus wissenschaftlicher Perspektive gegeben; wer einen Band mit Handlungsanleitungen zum Nachmachen sucht, wird enttäuscht sein. Dennoch ist das Buch auch für Praktiker hoch empfehlenswert, wenn diese bereit sind, ihre eigene Praxis kritisch zu reflektieren. Thesen wie "Naturerlebnisse sind nicht herstellbar" (Beitrag von Ulrich Gebhard) oder Befunde, nach denen kaum ein Zusammenhang zwischen Umweltwissen und umweltbezogenem Handeln besteht (Beitrag von Armin Lude) sollten auch jedem Praktiker zu denken geben.
Mit seinem Schlagwort der "Bambisierung" schlägt Rainer Brämer den Bogen zur Bildung für Nachhaltigkeit, denn er konnte nachweisen, dass Jugendliche viel mehr einer romantisch verbrämten Naturschutzideologie nachhängen als eine schonende Nutzung der Natur zu akzeptieren, die ja einen Kern des Leitbildes "Nachhaltigkeit" darstellt.
Für die Dokumentation einer Tagung mit überwiegend wissenschaftlichen Beiträgen ist - das sei ausdrücklich betont - der Band außergewöhnlich liebevoll aufgemacht.
In der zweiten Hälfte des Buches wird es dann auch noch praktisch konkreter. Beiträge etwa zur Umweltbildung im Nationalpark (Angelika Staats) oder zur Landart (Sybille Kalas) zeigen den aktuellen Stand der Naturerlebnispädagogik auf und laden zum Nachmachen ein.
Schließlich schlagen Beiträge zur Naturtherapie (Anke Schlehufer) und zur Tiefenökologie (Andreas Schelakovsky) Brücken zu Themen, die für viele Umweltbildungsakteure Neuland darstellen dürften.
Ulrike Unterbruner/Forum Umweltbildung (Hrsg.): Natur erleben. Neues aus Forschung und Praxis der Naturerfahrung. StudienVerlag Innsbruck Wien Bozen, 2005. ISBN: 978-3-7065-4102-2. Preis: 23,00 Euro.
Tilman Langner, 20.4.2008
In seinem Buch "Das Insektenhotel" geht Günzel in der Einleitung auf das oft angespannte Verhältnis der Menschen zu unseren kleinen Mitgeschöpfen ein. Er regt dazu an, sich näher mit diesen zu beschäftigen, um die Faszination der Insekten zu erkennen. Günzel erklärt, warum Insekten Hotels brauchen und gibt einen kurzen Überblick über Sozialverhalten und Nutzen von Insekten. Im nachfolgenden Hauptteil stellt Günzel unsere wichtigsten "Nutzinsekten" vor und beschreibt verständlich und klar, wie mit einfachen Mitteln den betreffenden Arten ein Unterschlupf gebaut werden kann. Im letzten Drittel des Buches werden die für Insekten nützlichsten Lebensräume in Gärten, auf Terrasse und Balkon vorgestellt und welche Pflanzen und Strukturen diese zum Anziehungspunkt für Insekten werden lassen. Auch hier werden wieder Insektenarten vorgestellt. Es ist allerdings nicht ganz klar, nach welchen Kriterien die vorgestellten Arten ausgesucht wurden. Auf den letzten Seiten gibt Günzel Tipps zum Beobachten der Insekten-Gäste.
Das Buch gibt einen guten, kurzweiligen Überblick über die verschiedenen Insektenarten, die wir in unseren Gärten finden können, einschließlich ihrer Lebensweise, Sozialverhalten und weiteren Besonderheiten. Die praktischen Tipps zum Bau der Nisthilfen bzw. Gestaltung des Gartens sind gut verständlich dargestellt und laden zur sofortigen Umsetzung ein. Der einzige Kritikpunkt an dem ansonsten sehr gelungenen Buch ist das Fehlen einer kritischen Beleuchtung der einseitigen Förderung der Honigbiene, durch die vielerorts erste viele Wildbienen in Bedrängnis geraten sind.
Wolf Richard Günzel: Das Insektenhotel. pala-Verlag, 2007. ISBN: 978-3-89566-234-8. Preis: 14,00 Euro.
Dr. Christa Budde, 2.4.2008
Die Beschreibungen der letzten tropischen Urwälder der Erde und die Ursachen und Hintergründe ihres Verschwindens füllen ein ganzes Buch. Geschrieben mit einer großen Begeisterung für die Natur einerseits und andererseits mit ordentlich Wut im Bauch über deren maßlose Zerstörung durch diejenigen, die sich selber als zivilisiert betrachten.
Bemerkenswert ist, dass Frau Grundmann dieses Buch so schreiben und veröffentlichen konnte. So erteilt sie auch den Menschen explizit das Wort, denen wir täglich den Boden unter den Füßen wegreißen – wie z. B. Raoni, dem Führer der Bewegung zum Schutz des Regenwaldes in Amazonien. Raoni sagte vor 15 Jahren: (Zitat, S. 312): „Der weiße Mann ist seltsam. Er nimmt sich keine Zeit zum Träumen, zum Nachdenken, zum Genuss der Schönheiten der Erde wie dem Morgenrot oder einem abendlichen Bad im klaren Wasser eines Flusses. Er blickt niemals zu den Sternen auf. Nur Geld ist ihm wichtig, immer nur Geld. Er rennt, bis er tot umfällt. Sein Leben läuft vor ihm davon. Sogar für das Wasser, mit dem er seinen Durst löscht, muss er bezahlen. Er lebt nicht. Er überlebt in einer Welt, die für uns unverständlich ist. (...) Der weiße Mann weiß nicht, wer er ist. Er teilt nicht. Ich habe Bettler auf den Straßen gesehen. Und Menschen, die blicklos an ihnen vorübergingen. Ihr habt keine guten Führer. In unserer Gesellschaft gibt es keine Bettler. Wir helfen uns gegenseitig. Vielleicht sind wir ja menschlicher als ihr. “ (Zitat Ende)
Dies ist keine leichte Kost, zeigt das Buch doch an zahlreichen Beispielen auf, dass uns Mutter Natur als Schnäppchen verkauft wird. Aber wer hat uns eigentlich beigebracht, dass wir da zugreifen müssen? Spätestens in diesem Buch finden wir reichlich Argumente für eine kritische Betrachtung unserer Lage.
Emmanuelle Grundmann: Wälder, die wir töten. Riemann, 2007. ISBN: 978-3-570-50086-6. Preis: 18,00 €
Meike-Christine Karl, 9.3.2008
Die vorliegenden Materialien richten sich an Schüler der Sekundarstufen I und II. Das Heft inklusive DVD ist darauf ausgelegt, mit Hilfe der 5 Filme und dazu vorbereiteten Fragen und Arbeitsblättern
Die Filme werden sehr ausführlich von einem deutschsprachigen Erzähler dokumentiert, der damit die Rolle des jungen, reisenden Künstlers Raul einnimmt.
Die im Heft befindlichen Texte und Arbeitsblätter bringen die Thematik auf den Punkt und konzentrieren sich dabei vor allem darauf, bei den SchülerInnen ein Problembewusstsein zu erzeugen. Die dazu formulierten Aufgabenstellungen fordern die SchülerInnen schließlich dazu auf, mögliche Lösungsansätze zu erarbeiten.
Der Einsatz dieses Materials kommt sicherlich den Vorstellungen von SchülerInnen zu modernen Unterrichtsformen sehr entgegen. Dennoch sollten LehrerInnen sich die Zeit nehmen, die Filme vorher zu sichten und ggf. den Teil auszuwählen, der thematisch am besten an die momentanen Lebenswelt Ihrer Schüler anknüpft. So ist es auch Aufgabe der Vorbereitung und Unterrichtsgestaltung, diesem teilweise sehr intimen Einblick in das Leben der gezeigten Personen das nötige Maß an Ernsthaftigkeit entgegen zu bringen, das diese Menschen verdienen. Dies ist mit Schülern der Sekundarstufe I sicherlich nicht immer einfach.
Siegmund Thies: Indianer heute – Streifzüge durch Equador. Anregungen für den Unterricht inklusive DVD mit 5 Filmen. ARA. ISBN: 978-3-00-022228-3. Preis: 17,50 €
Meike-Christine Karl, 9.3.2008
Morgan Spurlocks Film „Super Size Me“ dürfte vielen bekannt sein – zumindest all jenen, die sich mit dem Thema Gesundheit und Ernährung intensiver beschäftigen.
Das Buch untermauert die Tatsachen des Dokumentarfilms mit diversen Statistiken und liefert eine Menge Hintergrundinformationen – 3mal am Tag Fast Food kann nicht gesund sein. Zunächst bewies Spurlock dies mit seinem Selbstversuch im Film, indem er sich 30 Tage von McDonalds ernährte; nun liefert er die wissenschaftlichen Beweise dazu und verdeutlicht die Folgen des regelmäßigen Fastfood-Konsums in der heut immer fetter-werdenden amerikanischen Gesellschaft, die mittlerweile die dickste Nation der Welt ist.
Zweifelhafte Nährwerte der Produkte, gezielte Kinderwerbung, die Rolle der Landwirtschaft und Futtermittelindustrie und die Regierung in der Verantwortung als Schulträger werden unter anderem angesprochen.
Das Buch lässt sich sehr gut und zügig lesen und spart in keiner Weise an Kritik des „Big Food Business“. Trotz allem ist dieses Buch jedem zu empfehlen, der nicht so dick werden will wie viele Mitbürger beziehungsweise als Fastfood-Konsument vor hat, sein Gewicht zu reduzieren – egal ob als Leser vom Fach oder Normalo. Denn auch wenn der „Angriff der Killerburger“ sich territorial auf die USA bezieht, ist es nicht zu verschweigen, dass Deutschland in großen Schritten dieser traurigen Entwicklung folgt – Kinder wie Erwachsene. Noch hat Deutschland die Chance vorsorglich in größerem Maße gegenzusteuern, denn letztendlich treffen die Krankheitskosten aufgrund von Übergewicht nicht den Einzelnen sondern werden von der Gesamtheit getragen.
Morgan Spurlock: Angriff der Killer-Burger. Droemer-Knaur. ISBN: 978-3-426-77855-5. Preis: 8,95 €
Katrin Reichel, 10.2.2008
EXPERTIKUS Wasser 3/4 ist ein Materialpaket bestehend aus zwei Postern, zwei Experimentierkartensets, einem Handbuch und zwei Themenhandbüchern in einer Kunststoffmappe.
Wasser ist Rahmenplanthema im Sachkundeunterricht der Grundschule und von Natur aus ein spannendes Thema für Kinder. Lehrer kommen also nicht umhin, sich mit der Thematik auseinander zu setzen.
Unter dem Motto „Experimentieren, Begreifen, Präsentieren“ hat ein Autorenteam für Lehrer und Schüler Materialien zusammengestellt, die ein Arbeiten im Unterricht erleichtern. In einem allgemeinen Handbuch werden der Umgang mit dem Material, das Konzept und die Methodik beschrieben. Dabei konzentriert sich das Materialpaket auf zwei Themenschwerpunkte „Wasser und Natur“ und „Wasser und Mensch“. Diese beiden Themengebiete durchziehen das gesamte Material. Dazu sind je ein Poster, ein Themenhandbuch, eine Experimentierkartei mit 6 Experimenten und eine Overhead-Folie (entspricht dem Poster) entwickelt worden.
Unter dem Themenschwerpunkt „Wasser und Natur“ werden Niederschläge (Zustandsformen von Wasser, Wolkenbildung, Niederschlagsarten, Entstehen von Tau und Reif), Erdboden und Grundwasser (Wasser versickert, Wasserspeicherung im Boden) behandelt. In den Themenhandbuch ist werden die Experimente aus der Kartei ausführlich beschrieben, Kommentare erleichtern die Vorbereitung, Kopiervorlagen (Lückentexte, Malvorlagen oder Experimentierprotokolle) können für die theoretische Beschäftigung mit dem Thema genutzt werden und Lösungen sind aufgezeigt. In der dazugehörigen Experimentierkartei sind die Anleitungen je in vierfacher Ausführung, dies ermöglicht Gruppenarbeiten. Sechs Experimente werden zu diesem Themenkomplex empfohlen, allerdings handelt es sich hier um sehr einfache und bekannte Experimente, die bereits vielfach in verschiedenen Lehrermaterialien beschrieben sind.
Ebenso aufgebaut ist der Themenschwerpunkt „Wasser und Mensch“. Hier werden mit einfachen Experimenten die Trinkwasserversorgung (Wasserarten, Wasserleitungen, Wasserverbrauch) und das Thema Abwasser (Schäden durch verschmutztes Wasser, Filterungen grober Verschmutzungen, Verschiedene Stoffe ausfiltern) erörtert.
Abgerundet wird das Material mit einem Lernpfeil und einem Beobachtungsbogen für den Lehrer (welcher für eine umfassende Beurteilung einzelner Schüler sehr hilfreich erscheint), Vorschlägen zum Feedback und zur Lernkontrolle und einem Leitfaden zur Präsentation.
Alle Materialien sind sehr schön illustriert und übersichtlich. Die Experimentierkarten sind kindgerecht aufbereitet und niedlich mir einem Mäuschen versehen. Sie sind beschichtet, so dass ein Tropfen Wasser, der überschwappt keinen Schaden anrichtet.
Das Material ist gut aufgemacht und für eine grundlegende Beschäftigung mit Thema Wasser gut geeignet. Allerdings ist der Preis für in summa 12 bekannte Experimente sehr hoch.
Ursula Breu, Erik Dinges, Peter Nink, Gabriele Schickel, Sabine Weis: EXPERTIKUS Wasser 3/4. Finken-Verlag Oberursel, 2007. Bestell-Nr. 1485, Preis: 118,00 €. www.finken.de
Sabine Langner, 1.2.2008
Im Vorwort wird ein wesentliches Ziel der Umweltkommunikation genannt: Umwelthandeln soll im Alltagsleben der Menschen verankert werden. Damit stellt sich die Frage, welchen Beitrag Großveranstaltungen wie z. B. Gartenschauen dazu leisten können. In diesem Buch werden sehr detailliert die Umweltbildungsangebote der IGA Rostock 2003, die gesamte Projektplanung, die praktische Durchführung und auch die Ergebnisse der Evaluation dargestellt. Hierzu liefern die Erfahrungsberichte nachfolgender Großveranstaltungen, darunter auch der BUGA 2005 in München ergänzende Aspekte.
Großveranstaltungen sind ein Magnet und fast ein Garant für viel Publikum. Entscheidend ist es, dieses Publikum und seine Erwartungen optimal zu „bedienen“. Dabei geht es nicht nur um die Erfolgsfaktoren, sondern auch explizit um die Stolpersteine und Grenzen, die der Umweltkommunikation im Rahmen von Großveranstaltungen gesetzt sein können. Unter dem Aspekt „kurz muss es sein“ wird z. B. deutlich, dass der Zeitplan von Schulklassen oft zu eng bemessen ist, um Aspekte der nachhaltigen Entwicklung wirklich in den Alltag der Schüler zu integrieren. Das ganz große Ziel nicht mit dem ersten Wurf erreichen zu können, muss aber nicht entmutigen, denn auch Denkanstösse und erste Erfahrungen mit Umweltthemen sind für Besucher von Großveranstaltungen ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.
Insgesamt ist mit diesem Buch vor allem eine wertvolle Handreichung für alle diejenigen gelungen, die Umweltbildungsprojekte für die Zielgruppen Schüler / Schulklassen planen.
Susanne Eich, Thomas Pyhel, Martin Schulte, Meike Wunderlich (Hrsg.): Umweltkommunikation auf Großveranstaltungen. oekom. ISBN: 978-3-936581-74-4. 24,80 €
Meike-Christine Karl, 4.1.2008
Wer sich schon mit naturwissenschaftlichen Experimenten für Kinder beschäftigt hat, dem ist Gisela Lück sicherlich bereits ein Begriff. In ihren Büchern "Leichte Experimente für Eltern und Kinder", sowie zwei Folgebänden zu diesem Thema beschreibt sie anschaulich einfache Experimente für Kinder. Es ist allerdings auch ihr Anliegen klar zu machen, dass Naturwissenschaften für Kinder nicht nur aus kuscheligen Eichhörnchen und bunten Blättern im Herbst, sprich Biologie, bestehen, sondern dass es außerdem noch die Themenbereiche Chemie und Physik gibt, die meist sträflich vernachlässigt werden.
Diese Gedanken stellt sie in der Einleitung zu "Forschen mit Fred" dar. Sie belegt durch eigene Forschungsergebnisse, wie sinnvoll Experimentieren bereits im Kindergartenalter ist und zeigt eindeutig auf, dass es kaum ein zu früh, sondern vor allem ein zu spät gibt um damit anzufangen. In der Einleitung erläutert sie auch ihr neues Konzept für die Darstellung der Experimente, das der narrativen Didaktik, d.h. das Einbetten der Experimente in kleine Geschichten.
Die Experimente werden in "Forschen mit Fred" tatsächlich in einem neuen, sehr praxisnahem Konzept vorgestellt. "Forschen mit Fred" ist kein Buch, sondern besteht aus einem dicken Ringordner. Zuoberst ist ein kleines Büchlein eingeheftet, in dem die Einleitung steht, gefolgt von den "erwachsenen" Erklärungen für die Experimente. Die Erklärungen sind so einfach und anschaulich gehalten, dass auch naturwissenschaftlich vollkommen unbeleckte Erzieherinnen keine Schwierigkeiten haben, sie zu verstehen. In einem grau unterlegten Kästchen folgt nach der Erklärung ein Beispiel aus dem täglichen Leben, in dem das soeben erforschte Phänomen auftritt.
Nach der Einleitung folgen die Experimente. Diese sind eingebettet in eine Geschichte über Fred, die Ameise. Jedes Experiment beginnt mit einer kleinen Geschichte, in der Fred auf eine interessante Frage stößt, der er anschließend mit seinem Freund Paul durch ein Experiment auf den Grund geht. Als erstes wird der Aufbau der Experimente für die Erzieherinnen erklärt. Übersichtlich wird dargestellt, welche Materialien benötigt werden, die Durchführung, was beobachtet werden kann. Dies sind die Impulskarten, die auch eine einfache kindgerechte Erklärung für das Beobachtete liefern. Jedes Experiment schließt mit den Schlussfolgerungen von Fred ab.
Zusätzlich gehört zu jedem Experiment eine Forscherkarte, die in doppelter Ausführung vorhanden ist. Hier werden das Experiment und die dafür benötigten Materialien noch einmal in Bildern dargestellt, so dass Kinder in kleinen Gruppen oder einzeln die Experimente selber mit- oder nachmachen können. Sowohl die Impuls- als auch die Forscherkarten sind einlaminiert und eignen sich daher hervorragend, gleich mit in die Experimentalstunden genommen zu werden. Schmutzige Kinderhände und verschüttete Experimentalflüssigkeiten können ihnen nichts anhaben.
Worum geht es bei den Experimenten? Zum Beispiel um Luft und Wasser und ihre Eigenschaften, darum wie man Gummibärchen – trocken - auf eine Tauchfahrt schicken kann oder wie man aus Milch Klebstoff herstellen kann. Die Materialien sind in jedem Haushalt oder in der Kindergartenküche zu finden. Fast alle Experimente sind aus Lücks ersten Büchern bekannt, aber hier sind sie zum Arbeiten in Kindergärten noch einmal praxisnah und kindgerecht aufgearbeitet. Für alle, die die Bücher von Frau Lück schon kennen, empfiehlt sich "Forschen mit Fred" daher zum direkten Einsatz in Kindergärten, für alle anderen sei das Buch als leichter und praxisnaher Einstieg in die Materie sehr ans Herz gelegt.
Gisela Lück: Forschen mit Fred – Naturwissenschaften im Kindergarten. Finken-Verlag, 2007. Best.-Nr. 1070, Preis: 64,90 Euro
www.finken.de/kindergarten/forschen_mit_fred/forschen_mit_fred.htm
Dr. Christa Budde, 30.10.2007
Mit ihrer Textsammlung wollen die Autoren einen kreativen Gegenwandel zur drohenden Klimakatastrophe initiieren. Im ersten Teil ihres Werkes präsentieren sie aktuelle Fakten und appellieren mit vielen konkreten Handlungstipps an jeden einzelnen Leser sowie an jede Leserin, etwas gegen den Klimawandel zu unternehmen. Es folgen ein Aufruf "Wir sind Kyoto!" sowie Gedichte, Fotos sowie andere kleine Kunstwerke, die zum Nachdenken über das Thema anregen. Für alle, die sich kreativ mit dem Kimawandel auseinandersetzen möchten, ist das Büchlein - und meiner Meinung nach besonders der zweite Teil - eine schöne Fundgrube.
Torsten Jäger: Klima - Wandel Dich! 113 Seiten. Edition Octopus. ISBN 978-3-86582-501-8; 14,70 Euro.
Tilman Langner, 24.9.2007
Die hier vorgestellten Medien können ausgeliehen werden (Ausnahme: Filme bzw. Datenträger, für die wir keine Verleihlizenz haben). Die Umweltbibliothek in der Badenstraße 45 hat dienstags 13-18:00 und donnerstags 13-16:00 geöffnet
Die Umweltbibliothek Stralsund ist eine
Einrichtung
des Umweltbüro Nord e.V.
Bitte unterstützen Sie uns durch Ihre Spende!