Auf dieser Seite stellen wir Ihnen kurz und knapp ausgewählte Neuzugänge der Umweltbibliothek Stralsund vor.
Das Buch beschreibt Theorie und Praxis der Bildung zum Schutz der Erde - eines ganzheitlichen Bildungsansatzes für Kinder von 8-13 Jahren. Dieser ist der Vision einer gewaltfreien und friedlichen Erde gewidmet, die Mensch und Natur Raum gibt. Das Erdschützerprojekt vereint Visionen der Umweltbildung, der BNE, der Tierrechts-, Tierschutz- und Friedensbewegung.
Das klingt sehr groß, utopisch und zumindest erklärungsbedürftig. In einer kleinen Reise zum Planeten der Zukunft wird zunächst die Vision der Erschützerausbildung skizziert. Dem folgt eine etwas systematischere Einführung.
Ausführliche Erklärungen werden dann auf den folgenden 70 Seiten gegeben. Hier wird beschrieben, dass die Erde (so wie wir sie kennen und brauchen) bedroht ist. Es wird erörtert, inwieweit die Bildung zur Lösung der Probleme beitragen kann. Bildungsziele werden aufgestellt, Qualitätmerkmale skizziert. Sodann werden Handlungsmöglichkeiten ausgebreitet, die den Teilnehmern - also Kindern - zur Verfügung stehen, dabei geht es hauptsächlich um die Ernährung. Weitere Kapitel sind den Bildungsprinzipien und dem Lernumfeld, den Bildungsinhalten, sowie den Methoden gewidmet. Die "Schule der Zukunft" wird entworfen, und es wird nach Chancen gesucht, diese aufzubauen.
In dem dann folgenden Praxisteil werden fünf Module der Erdschützerausbildung ausführlich vorgestellt. Dabei geht es um zentrale Nachhaltigkeitsthemen wie Ernährung und Landwirtschaft, Energie und Klimaschutz sowie Globale Gerechtigkeit. Diese Themen werden nicht von oben herab vermittelt, sondern die Module gehen von ureigenen Interessen der Kinder aus, so z.B. Geheimnisse zu entdecken, Rätsel zu lösen oder gemeinsam Abenteuer zu erleben. Daraus werden gekonnt Spannungsbögen aufgebaut und die Kinder zu eigenen Aktivitäten motiviert und befähigt. Die Lehrperson findet in dem Buch u.a. gut lesbare Beschreibungen der Aktivitäten, Arbeitsmaterialien für die Kinder und Hinweise auf Requisiten - eine gute Grundlage zum Nachmachen.
Der Bildungsansatz ist erprobt, bewährt - sowohl in der Schule als auch im außerschulischen Bereich - und übertragbar. Umfangreiches Material aus der Erprobung - Fotos, praktische Beispiele, bis hin zu Hinweisen zum Aufstellen von Regeln oder zum Umgang mit Zecken - hat den Weg ins Buch gefunden. Dadurch ist es nicht nur nett anzusehen, sondern die interessierten LeserInnen erhalten so zahlreiche praktische Tipps für die eigene Bildungsarbeit.
Insgesamt ein sehr überzeugendes und "rundes" Werk.
Thomas Müller-Schöll: Das Erdschützerprojekt. Erdschützerverlag, Esselbach, 2010. 260 Seiten DIN A4. ISBN: 978-3-9813831-0-2. Preis: 25,00 Euro
Tilman Langner, 23.1.2012
Mit „An Fluss und See“ ist Band 3 der bereits vorgestellte Reihe „Natur erleben“ des Schweizer Haupt-Verlags erschienen.
Auch dieser Teil beginnt mit einer ökologischen Einführung in die verschiedenen Süßwasserlebensräume. Danach kann man sich für jede Jahreszeit vielfältige und informative Anregungen für eigene Beobachtungen holen. So gibt es Tipps nicht nur für Amphibien-, Insekten- und Vogelfreunde, sondern auch für nächtliche Taschenlampenentdeckungen im Wasser und Beobachter von Ringelnatter-Sonnenplätzen oder Biberstaudämmen.
Wieder werden die Tier-, Pflanzen- und Lebensraumportraits mit Fotos, Filmen und Tonbeispielen auf der Webseite http://www.naturerleben.net und mit einer geplanten Smartphone-App ergänzt.
Jaun, Andreas: An Fluss und See. Natur erleben – beobachten – verstehen. Haupt Verlag, Bern, 2011. 232 Seiten, rund 150 Farbfotos u. 25 Zeichnungen kartoniert. ISBN: 978-3-258-07673-7. Preis: 22,00 Euro.
Anne Brenner, 24.10.2011
Band 1 „Auf der Wiese“ und Band 2 „Im Wald“ der geplanten 6-bändigen Reihe „Natur erleben“ des Schweizer Haupt-Verlags sind erschienen.
Die Bücher starten jeweils mit einer kompakten Einführung in die Ökologie des Lebensraums. Danach gliedert sich der Text nach Jahreszeiten. Portrait-artig werden verschiedene Tier- und Pflanzengruppen vorgestellt. Dabei kommen spannende und oft wenig bekannte Details zu Sprache. Dazu werden viele Tipps für die Beobachtung, Quizfragen und Verweise auf ergänzendes Material auf der zugehörigen Webseite (http://www.naturerleben.net/) gegeben. Hier finden sich mediale Ergänzungen wie Tonspuren, Filme und Fotos. Auch ein App für I-Phones ist ab September geplant.
Die Reihe macht Lust auf Naturbeobachtung. Mit den unterhaltsam vorgestellten Informationen wird der Blick geschärft und die Wahrnehmung des vernetzten Lebens in der Umgebung angeregt.
Jaun, Andreas und Joss, Sabine: Auf der Wiese. Natur erleben – beobachten – verstehen. Haupt Verlag, Bern, 2011. 204 Seiten, 144 Fotos, 7 Grafiken, 19 Zeichnungen, kartoniert. ISBN: 978-3-258-07589-1. Preis: 22 Euro.
Jaun, Andreas und Joss, Sabine: Im Wald. Natur erleben – beobachten – verstehen. Haupt Verlag, Bern, 2011. 200 Seiten, 147 Fotos, 20 Zeichnungen, kartoniert . ISBN: 978-3-258-07590-7. Preis: 22 Euro.
Anne Brenner, 29.08.2011
Eine Geschichte rund um eine Mehrweg- und eine Einwegpfandflasche, die sich im Einkaufswagen treffen, erklärt Kindern ab 6 Jahren fantasievoll den Vorteil des Mehrweg-Systems.
Aus Perspektive der Flaschen Melissa und Elvis betrachtet, wird der Wiederauffüll-Prozess zu einem spannenden Abenteuer. Die kurze Lebensdauer der Einwegflasche ist dagegen traurig und wenig sinnvoll. Über die Probleme der Eisbären wird darüber hinaus auf die globalen Auswirkungen der Müllverbrennung auf das Klima verwiesen und der Treibhauseffekt erklärt. Die Autorin erzählt die Geschichte spannend und einfühlsam, die Erklärungen zum Klima sind kindgerecht und die große Schrift erleichtert das Lesen.
Das Buch wird von der Firma Mehrweg gesponsort, die im hinteren Teil eine doppelseitige Werbung platziert hat. Dafür könnte der Preis des schmalen Buchs etwas geringer ausfallen.
Rasch, Kavitha: Umweltsch(m)utz im Einkaufswagen. epubli Verlag, Berlin, 2011. 50 Seiten. ISBN: 978-3-8442-0025-6. Preis: 13,95 Euro.
Separat erhältlich ist eine Dokumentation für ein Schulprojekt zum Thema Mehrweg.
Anne Brenner, 18.07.2011
Ein praktischer Leitfaden für FÖJler & engagierte Menschen in Umweltbildungseinrichtungen gibt Hilfestellung und Anregungen für den ersten Einstieg. Geschrieben von zwei Diplomanden der FH Eberswalde, die zum einen durch das Studium das Fachwissen, aber durch das eigene FÖJ die persönlichen Erfahrungen mit allen Highlights und Problemen mitbringen. Diese Starthilfe dient als Handreichung mit einfachen Grundlagen und praktischen Tipps für einen guten Start in die neue Praxis. So werden auf gut 70 Seiten in einer knappen Form und kurzweilig beschrieben, wo die Schwierigkeiten bei einem Anfang in der Umweltbildung liegen können und wie man diese schnell meistern kann.
Mit hilfreichen Symbolen wird in dem Buch auf vertiefende Literatur, Spielliteratur, Merksätze oder praktische Beispiele hingewiesen.
Das Buch gibt im Gesamten einen leichten Überblick über die Umweltbildung, incl. der Grundzüge der Ökologie und Didaktik, der hilft, im Alltag schnell die Ziele und Zielgruppen zu strukturieren.
In der zweiten Buchhälfte widmen sich die Autoren dem Aufbau eines Bildungsangebots und bieten mit einfachen Hilfsmitteln gute Einstiegshilfen für „Neulinge“ in der Branche. Auf den letzten Seiten gibt es noch ein paar Tipps zum Geleit, wobei es sich vor allem um die Wertevermittlung und die persönliche Begeisterung für Natur dreht.
Für den Einstieg in die Umweltbildung kann ich das Buch empfehlen, insbesondere wenn das FÖJ startet, die eigene Einsatzstelle noch mitten in der Saison steckt und manchmal die Zeit für methodische und strukturelle Einführung zu knapp ist.
Ruth Margret Bühler, Susanne Müller & Prof. Norbert Jung: Natur erfahren helfen - Starthilfe Umweltbildung für Praktikanten, FÖJler und andere Umweltbewegte. oekom Verlag München, 2011. ISBN-13: 978-3-86581-258-2. 9,95 Euro
Romy Plonus, 7.6.2011
Der Ordner mit 32 Konzeptstunden, 4 Jahreszeitenfesten und 64 Naturinfokarten bietet fertig konzipierte Wald-Tagesprojekte. Die Tagesplanungen sind mit Zielsetzung, Materialbedarf, Begrüßung, den verschiedenen Spielen, Liedern, Wahrnehmungsübungen und einem Abschluss übersichtlich strukturiert, gut beschrieben und mit Fotos veranschaulicht. Sie lassen sich bequem auch einzeln entnehmen. Ort, Jahreszeit und Alter sind direkt oben angegeben und bieten eine schnelle Orientierungshilfe.
Außerdem werden ideenreiche Waldfeste im Jahreslauf vorgestellt. Im Anhang gibt es weitere Geschichten, Lieder und Spiele, Kopiervorlagen und schöne Naturinfokarten (Foto mit umseitiger Information zu vielen Pflanzen und Tieren).
Anders als vom Verlag angegeben, zielen die „Sternstunden“ aber fast ausschließlich auf Kinder im Kindergartenalter. Daher ist der Ordner für LehrerInnen oder PädagogInnen, die Schülerprojekte vorbereiten, weniger zu empfehlen.
Hemming, Antje: Sternstunden im Wald. Ökotopia Verlag, Münster, 2011. 128 Seiten, zahlreiche Farbfotos. Ringordner. ISBN: 978-3-86702-142-5. Preis: 34,90 Euro.
Anne Brenner, 02.05.2011
Ein kleines Büchlein aus dem Ökotopia-Verlag zum Mitnehmen und Nachschlagen unterwegs. Hier fließt die Erfahrung vieler Autorinnen und Autoren ein. Die 50 Spiele werden mit Altersangabe, Material oder Vorbereitung und eventuellen Varianten kurz vorgestellt. Zur Vertiefung sind jeweils die Quellen angegeben.
Die Naturspiele-Hits sind gut geeignet, sich schnell einen Überblick über eine Reihe bewährter Spiele in und mit der Natur zu verschaffen. Durch das kleine Format eignet es sich bestens zum Mitnehmen. Regeln, Varianten oder ein Vorlesetext sind so auch im Gelände parat. Außerdem kann auch noch ganz spontan ein Regenpfützen-Spiel, eine beruhigende Wahrnehmungsanregung oder ein Bewegungsspiel für unruhige Gruppen aus dem Hut gezaubert werden. Aber auch für die Planung im Vorfeld kann man sich hier gute Inspirationen holen.
Aufgrund der kurzen Texte und fehlender Abbildungen ist es bei manchen Spielen oder Bauanleitungen sinnvoll, doch in den Original-Veröffentlichungen nach zu schlagen.
Bestle-Körfer, Regina und andere: Naturspiele-Hits. Ökotopia Verlag, Münster, 2011. 60 Seiten. Taschenbuch (Hosentaschen-Format). ISBN: 978-3-86702-136-4. Preis: 4,95 Euro.
Anne Brenner, 31.03.2011
Im Jahr 2006 hat die Stiftung Forum für Verantwortung die Bildungsinitiative „Mut zur Nachhaltigkeit“ ins Leben gerufen. Ziel ist es den Zivilgesellschaften die Hintergründe und Zusammenhänge einer nachhaltigen Entwicklung verständlich zu machen und die Menschen zu einem verantwortungsvollen Handeln im Umgang mit der Erde zu motivieren. Diese Initiative wurde als offizielles Projekt der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ausgezeichnet. Teil des Konzepts ist die Entwicklung von Lernmodulen zum Thema „Nachhaltige Entwicklung“, von denen wir das aktuelle Modul dieser thematisch wertvollen Reihe einmal vorstellen möchten.
Im Jahr 2008 drohte der Zusammenbruch des Weltfinanzsystems. Fatale Auswirkungen auf Gesellschaft und die globale Wirtschaft sind bis heute die Folge. Ein Kollaps konnte bislang nur durch umfangreiche Rettungsmaßnahmen wie stützende Konjunkturprogramme verhindert werden. Unser Finanzsystem steht auf maroden Säulen…
Im Februar 2011 ist das siebte Modul "Geld und Weltfinanzsystem" erschienen. Auf 220 Seiten wird erklärt, was Geld ist und in welchem Zusammenhang Geld, Wertschöpfung und nachhaltige Entwicklung stehen. Im Fokus der Einführung des Moduls steht das bestehende System Erde. Was ist Geld? - Alles zum Spiel der Spiele und über spielend leichte Versprechungen erfährt man in den nächsten Kapiteln. Lassen sich die Systemrisiken beherrschen? Was sind die treibenden Probleme, die das „Kartenhaus Weltfinanzsystem“ in einen bedrohlichen Zustand bringen können? Weltweit wird die Wertschöpfungslücke durch ungenügende globale Regelungen größer und den nachfolgenden Generationen somit eine kaum zu bewältigende Last aufgebürdet. In diesem Modul werden viele Fragen - nötige und wichtige Fragen - gestellt. Aber es werden auch Antworten gegeben und Lösungswege aufgeführt. Wege, die die Chance aufzeigen eine nachhaltige Balance mit kontrolliertem, qualitativem Wachstum herbeizuführen und die international umgesetzt werden können. Das Modul ist didaktisch vielfältig aufgearbeitet und enthält neben den neun Kapiteln mit Hintergrundwissen zum Thema Geld und Weltfinanzsystem, Anlagen in Form von Arbeits- und Informationsmaterialen.
Dr. Dirk Sollte; Pädagogische Bearbeitung: Michael Matern: Geld und Weltfinanzsystem. Bildungsinitiative „Mut zur Nachhaltigkeit“ (Hrsg.), 2011. 220 Seiten in einem Ordner. Preis: 50,00 Euro (10,00 Euro für gemeinnützige Organisationen und Bildungseinrichtungen). Enthält eine DVD mit Film, Hördatei, dem kompletten Modul und allen Karikaturen und Grafiken zum Ausdrucken
Infos und Bestellung: www.mut-zur-nachhaltigkeit.de/
Sarah Peters, 22.2.2011
Das Klimakochbuch verbindet Hintergrundinformationen zur klimabewussten Ernährung mit vielen Rezepten und praktischen Einkaufstipps.
Mittels kurzer und prägnanter Infotexte bekommt man einen guten Einblick in die klimafreundliche Ernährung. Themen wie Bioprodukte, fairer Handel, Gentechnik und Virtuelles Wasser werden darüber hinaus angesprochen. Beispielhaft wird die „Klimazwiebel“ geschält und die CO2-Bilanz der Nahrungsmittel anhand von Produktionsbedingungen und Transportwegen erläutert. Dabei erfährt man, wie Butter den „Klimakiller“ Fleisch noch toppt, oder dass die Autofahrt zum Einkaufen oft mehr schadet, als europaweite LKW-Transporte des Produkts.
Dennoch wird kein Verzicht gepredigt oder gar der Spaß am Kochen und Essen verdorben. Stattdessen heißt es beispielsweise: „Gemeinsam isst man weniger allein!“ Leckere Hauptgerichte, Suppen, Salate und Nachspeisen werden z.B. in veganen oder saisonalen Varianten vorgestellt.
Die Fotos machen nicht nur Appetit auf die Gerichte, sondern illustrieren auch fantasievoll Zusammenhänge zwischen Essen und Umwelt.
Leider sind die Rezepte nicht so informativ aufgearbeitet, wie man es in einem Klimakochbuch erwarten könnte. Meist zeigt nur eine einfache Indexierung, ob ein Gericht aufgenommen wurde, weil es regional, saisonal oder vegan ist. So stehen aufwendige Fleischgerichte neben einfachen Salaten, und es wird nicht klar, warum oder in welchem Umfang damit ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet wird. Negativ fällt die unreflektierte Werbung für eine Berliner Catering-Firma auf, die einige Rezepte beigetragen hat.
Fazit ist dennoch, dass das Buch eine echte Anregung und praktische Hilfestellung zur Verhaltensänderung in der Küche ist. Es macht einfach Lust auf bewusstes und klimafreundliches Kochen.
Julia Balz, Jenny Blekker, Boris Demrovski, Judith Keller, Christian Noll und Christoph Zinsius von BUNDJugend (Hrsg.): Das Klima Kochbuch. Klimafreundlich einkaufen, kochen und genießen. Franck-Kosmos, Stuttgart, 2009. 128 Seiten, 37 Abbildungen, laminierter Pappband, klimaneutral gedruckt. ISBN: 978-3-440-11926-6. Preis: 12,95 Euro.
Anne Brenner, 26.1.2011
Planen Sie Umweltbildungsprojekte in einem Zoo oder Tierpark? Dann gehören Sie zu der Zielgruppe, an die sich der neu erschienene Praxisleitfaden „Umweltbildung – tierisch gut!“ wendet.
Das Buch stellt, geordnet nach den Umweltbildungsangeboten Labore, Erlebnispfade, Ausstellungen und Erlebniswelten, Zooschulen sowie Einrichtung und Schutz von Lebensräumen, eine Auswahl von 22 deutschsprachigen Zoos und Tierparks vor. Natürlich gibt der Leitfaden nicht die ganze Bandbreite der verschiedensten Umweltbildungsmöglichkeiten aller Einrichtungen wieder. Lt. den Verfassern werden beispielhafte Umweltbildungsprojekte vorgestellt. Dabei wird auf ein ausgewogenes Verhältnis von großen, aufwändigen und kleinen, unkomplizierten Projekten geachtet.
Die geographische Auswahl dagegen ist nicht so ausgewogen. Möchte man ein Umweltbildungsangebot vor Ort in Augenschein oder in Anspruch nehmen, sei ohnehin auf spezielle Zooführer oder Zooschulmaterialien nahegelegener Zoos und Tierparks verwiesen.
Für die Zielgruppe Zoo(schul)mitarbeiter, die an der Planung von Umweltbildungsprojekten beteiligt sind, Pädagogen und andere Interessierte ist das vorliegende Buch durchaus empfehlenswert. Der Titel des Buches „Praxisleitfaden“ verspricht nicht zu viel, denn es basiert auf einem aufschlußreichen Interviewsystem und gibt wertvolle Tipps für Sponsoring und Fördermöglichkeiten.
Lisa Simon, Thomas Pyhel (Hrsg.) „Umweltbildung – tierisch gut! : ein Praxisleitfaden für Schule, Zoo & Co.“. oekom Verlag München, 2010. ISBN 978-3-86581-207-0. 91 S. 29,90 €
Brunhild Heideck, 6.9.2010
Schon wieder ein Buch zum Thema Natur entdecken? Das mag mancher denken, wenn er das Bändchen „Nix wie raus!“ in den Händen hält, das zum 111. Geburtstag des NABU erschienen ist. Doch dieser Führer lohnt sich. Bereits die Umschlagklappen werden genutzt für kompakte Informationen wie einen Überblick über giftige und ungiftige Beeren, für die Vogel- und die Blumenuhr. Genauso anschaulich und übersichtlich geht es im Inneren weiter. Das Buch teilt die Aktivitäten entsprechend der Jahreszeiten ein. Basteltipps, Tipps für besondere Naturerlebnisse, Rezepte und Spiele wechseln sich ab. Einiges ist sicher bekannt wie die Kastanienbasteleien oder das Bärlauchpesto. Aber haben Sie schon einmal aus Insektengallen Tinte hergestellt oder aus einem Wildrosenzweig eine Gitarre gebaut? All diese Informationen werden in sehr kompakter und gut leserlicher Form dargeboten, ergänzt durch ausdrucksvolle Photos.
Allen Einsteigern in die Umweltbildung, Familien, die mit ihren Kindern die Natur entdecken und erleben wollen, aber auch Umweltinteressierten, die meinten, bereits (fast) alles zu kennen, sei dieses handliche, ansprechend aufbereitete und leicht zu lesende Buch sehr empfohlen.
Bärbel Oftring und NABU: Nix wie raus! Kosmos Verlag. ISBN 978-3-440-12342-3. 9,95 Euro
Dr. Christa Budde, 30.6.2010
Schon die Widmung des Buches lässt die Intention erahnen, die die Autorin mit dem Buch hat. Es ist dem ersten wilden Wolf Norwegens gewidmet, der in Gefangenschaft lebte. In dem Buch erzählt Una, die Wölfin, ihrem Sohn, Sim, wie es war, als sie noch in freier Wildbahn lebte, und nicht in einem Zoo. Sie erzählt davon wie es war in einem Rudel zu leben, von aufregenden Jagden und wie sie Sims Vater kennengelernt hat. Sim kann sich darunter nicht viel vorstellen, er kennt nur das Leben im Zoo. Aber in der Nacht träumt er von der Welt „draußen“ und davon, dass er sie eines Tages kennenlernen kann. Im Anhang des Buches gibt es noch einige Fakten über Wölfe.
Das Buch lässt die Sehnsucht ahnen, die die Wölfin Una nach ihrer eigentlichen Welt empfindet. Und ganz bewusst beantwortet es nicht die Frage, die Sim seiner Mutter stellt: „Warum wollen die Menschen Wölfe im Zoo haben?“ Das Buch ist wunderschön illustriert von der Autorin selbst, die auch schon Bücher von Jostein Gaarder illustriert hat. Wer schon immer wissen wollte, wovon Wölfe im Zoo träumen könnten, dem sei dieses Buch empfohlen. Es ist auch gut als Einstieg in ein Wolfsprojekt in Kindergärten und Grundschulen geeignet.
Stella East: Sim das Wolfsjunge. Carl Hanser Verlag. ISBN 978-3-446-23378-2. 14,90 Euro
Dr. Christa Budde, 26.11.2009
Dieses Buch fasst die Vorträge einer Fachtagung zum Thema Umweltbildung zusammen. Richard Häusler ist Vorsitzender des Vereins TuWas e.V. und Christina Fischer Leiterin der Umweltbildungseinrichtung „Haus am Strom“. Die Fachtagung beschäftigte sich vor allem mit den richtigen Formen des Lernens, die an das Lebensumfeld der Zielgruppen sowie an die Realität der Gesellschaft angepasst werden müssen.
Den Hauptteil des Buches nimmt der Vortrag von Manfred Spitzer ein. Ihm gelingt es ein sehr anspruchvolles und komplexes Thema einfach und kurzweilig darzustellen. Er erläutert wie unser Gehirn lernt und was für eine wichtige Rolle die Lernumgebung spielt. Aus diesem Beitrag kann man wichtige Impulse für die Umsetzung von Umweltbildung und Didaktik, sogar für Erziehung allgemein mitnehmen.
Im zweiten Beitrag von Peter C. Dienel wird das Konzept der Planungszelle im Gegensatz zur Zukunftswerkstatt vorgestellt.
Der folgende Artikel von Franz J. Röll steht im Gegensatz zu dem von Spitzer. Röll vertritt die These, dass Jugendliche und auch Kinder am Computer wichtige Kompetenzen lernen können und diesem eine wichtige Rolle für die Lernumgebung gebührt.
Hartmut Bölts stellt in seinem Vortrag die Idee des Lernortenetzes vor, das er in einem Jugendwaldheim erfolgreich realisiert hat.
Im letzten Beitrag von Gertrud Wolf wird das Konzept von TuWas vorgestellt, die eine Professionalisierung der UmeltbildnerInnen fordern, vor allem hin zu einer hohen Kommunikationskompetenz.
Wer in der Umweltbildung tätig ist, erhält durch diesen Band wichtige Denkanstöße für seine Arbeit. Er regt an alte Methoden zu hinterfragen sowie neue auszuprobieren und bietet eine gute Diskussionsgrundlage.
Richard Häußler, Christina Fischer (Hsrg.) "Umwelt bildet".
oekom Verlag München, 2005.
ISBN 3-936581-95-9. 78 S.
20,80 €
Dr. Christa Budde, 16.7.2009
Um es gleich vorneweg zu nehmen: dieses Buch kann man nur empfehlen. Gerade die klassischen Naturthemen, wie Wald, Wiese Wasser, Hecke sind sehr gut aufgearbeitet. Nach allerdings sehr kurz gehaltenen Hintergrundinformationen werden Anregungen und Anleitungen gegeben, das entsprechende Thema verschiedenen Altersstufen interessant und kurzweilig zu präsentieren. Wahrnehmungsspiele, kurze Bestimmungshilfen, Lieder, Rezepte, und weiteres wird anschaulich dargestellt und wo nötig weitere Informationen gegeben.
Ein eigenes Kapitel ist dem Thema Landwirtschaft und Garten gewidmet. Darin enthalten sind nützliche Tipps zum Anlegen eines Schulgartens, Bau eines Nistkastens, Anlegen eines Schulgartens, etc.
Ein Buch, das zum sofortigen Einsetzen sowohl im Unterricht als auch im außerschulischen Bereich einlädt. Der spezielle Bezug auf das Land Baden-Württemberg nimmt nur wenig Raum ein und stört daher nicht.
Einziger Kritikpunkt: die weniger klassischen Naturthemen wie Boden, Stadt, Müll, Energie, Bewegung und Jahreszeiten hätte man sich entsprechend den vorangegangenen Kapiteln auch etwas ausführlicher gewünscht.
Bernhard Ziegler (Hrsg.): Umweltpädagogisches Handbuch für Lehrkräfte und Eltern. Prisma Media Verlag, Reutlingen, 2. Auflage 2008. ISBN: 3-938581-01-8. Preis: 25,00 €
Dr. Christa Budde, 8.6.2009
Schulkunst. Kunst verändert SchuleSchule lässt sich umgestalten. Kunst ist dabei nicht nur schmückendes Beiwerk, sondern tragende Kraft für Gestaltungsprozesse. Und jeder, wirklich jeder kann dabei seinen eigenen, unverzichtbaren Beitrag leisten - und daran wachsen. Diese Erfahrungen haben SchülerInnen, LehrerInnen und Eltern der Dieter-Forte-Gesamtschule in Düsseldorf gemacht.
Über einen Zeitraum von zehn Jahren hat die Künstlerin Ute Reeh hier vielfältige künstlerische Projekte von Schülerinnen und Schülern moderiert und betreut. Aus dem reichen Fundus der Ergebnisse und Erfahrungen schöpft sie die Inhalte für ihr Buch.
Die Autorin stellt viele kleinere Aktivitäten vor, z.B. die Gestaltung eines "Fühlbildes", oder die Aktion "Graffitti zum Mitnehmen" (welche den Drang, sich mit illegalen Graffitti zu verewigen, konstruktiv aufnimmt).
Zwei große, besonders erfolgreiche und langfristig sichtbare Projekte bilden Schwerpunkte in dem Buch:
Neben einfühlsam die Perspektiven der SchülerInnen einbeziehenden und sehr anschaulich illustrierten Berichten enthält das Buch auch Unterrichtsskizzen und praktische Tipps, die einen Transfer auf andere Schulen befördern sollen.
In einem Workshop zur Schulentwicklung einer Düsseldorfer Grundschule habe ich erlebt, wie sehr die guten Beispiele aus dem Buch Lehrerinnen und Eltern inspirieren können - diese Schule wird (neben weiteren Aufgabenfeldern) nun ihr "Toilettenproblem" künstlerisch-kreativ lösen. Was kann man besseres über ein Buch sagen, als das es solche Früchte trägt?!
Ute Reeh: Schulkunst. Kunst verändert Schule. Beltz Praxis, Weinheim, 2008. 192 Seiten, broschiert. ISBN: 978-3-407-62632-5. Preis: 24,90 Euro.
Leseproben (PDF-Dokumente, mit freundlicher Genehmigung des Beltz-Verlages):
Tilman Langner, 28.3.2009
Das Intergovernmental Panel of Climate Chance (IPCC / Zwischenstaatliche Kommission zum Klimawandel) wertet wissenschaftliche Untersuchungen zur Erderwärmung, ihren Ursachen und Auswirkungen aus und fasst diese für die Politik zusammen. Mit seinen Berichten hat es die weltweite Klimapolitik entscheidend beeinflusst. 2007 hat das IPCC seinen vierten Bericht herausgegeben, der den aktuellen Sachstand der Klimadebatte zusammenfasst und mit seinen alarmierenden Befunden das Thema Klimawandel weltweit in die Schlagzeilen gebracht hat.
Die Autoren des vorliegenden Buches stellen die wichtigsten Aussagen des Berichts vor, kommentieren diese kritisch und ergänzen sie durch vielfältige Informationen. So können der Leser oder die Leserin nicht nur die Ergebnisse der aktuellsten Szenarien und Modellsimulationen zum Klimawandel nachvollziehen, sondern sie erfahren auch, wie die Vertreter verschiedener Staaten im IPCC um deren politische Bewertung gerungen haben, was das G8-Treffen in Heiligendamm (2007) für den Klimaschutz gebracht hat oder wie das Kyoto-Protokoll für die Zeit nach 2012 weiterentwickelt werden könnte und müsste. Einzelne Aspekte des Klimawandels - so etwa der Anstieg des Meeresspiegels - werden zudem durch Beiträge von Wissenschaftlern näher beleuchtet.
Das Buch ist damit sehr gut für LeserInnen geeignet, die sich im aktuellen wissenschaftlichen und umweltpolitischen Diskurs um den Klimaschutz orientieren wollen
Wer vertieft in die Materie einsteigen will, wird dennoch auf die inzwischen auch in deutscher Übersetzung vorliegenden Original-Materialien des IPCC zurückgreifen müssen. Hierfür wäre es sehr hilfreich gewesen, wenn die Autoren die vom IPCC übernommenen Daten und Aussagen jeweils mit eindeutig rückverfolgbaren Quellenangaben versehen hätten. Dass das versäumt wurde, ist meines Erachtens der einzige ernsthafte Mangel an dem ansonsten empfehlenswerten Buch.
Michael Müller, Ursula Fuentes, Harald Kohl (Hrsg.): Der UN-Weltklimareport. Bericht über eine aufhaltsame Katastrophe. Kiepenheuer und Witsch, Köln, 2007. 256 Seiten, Taschenbuch. ISBN: 978-3-03960-3. Preis: 12,95 Euro.
Tilman Langner, 2.9.2008
Das Wasser kommt aus der Leitung. Damit ist die Sache für uns Mitteleuropäer meistens erledigt, von der Rechnung des Wasserwerks vielleicht mal abgesehen. Udo Maurer hat einen Film "Über Wasser" gedreht, der uns daran erinnert, dass es für viele Menschen auf der Welt nicht so einfach ist. Der Film zeigt Landschaften bzw. Orte sowie die Menschen, die darin wohnen und um bzw. gegen das Wasser kämpfen müssen.
Im Mündungsgebiet des Brahaputra in Bangladesh muss eine Familie umsiedeln, weil das Hochwasser ihre Insel wegspült. In der Hafenstadt Aralsk in Kasachstan träumte einst ein Junge davon, Fischer zu werden. Jetzt ist er ein Mann, und jenseits der Stadt rosten jetzt Schiffe in der Steppe - das Ufer des Aralsees hat sich dank größenwahnsinniger Bewässerungsprojekte aus der Sowjetzeit inzwischen um 100 km zurückgezogen. In einem Slum in Nairobi/Kenia kommen Wasserverkäufer und ihre Kunden - eine Mutter, ein Restaurantbesitzer - zu Wort; Trinkwasser gibt es für die Menschen hier nur im Kanister und nur gegen Bares.
"Über Wasser" ist ein Film über Naturgewalten und darüber, wie sehr wir auf elementare Naturgüter wie das Wasser angewiesen sind. Es ist ein Film über die hoch aktuelle Frage, ob Wasser eine Ware ist oder ein Menschenrecht. Es ist nicht zuletzt ein Film über Menschen und ihren alltäglichen Mut zum Überleben, der u.a. auch dadurch besonders authentisch wird, dass die Menschen ihre Stimme behalten und "nur" deutsche bzw. englische Untertitel angeboten werden.
Der Film hatte am 19.6.2008 Kinostart - vielleicht haben Sie das Glück, dass er bei Ihnen läuft, oder Sie können ein Kino dazu überreden. Zum Film gibt es ein Begleitheft bzw. ein Heft mit Schulmaterialien, das Ihnen eine unterrichtliche Einbindung erleichtert.
Über Wasser - ein Film von Udo Maurer. Österreich/Luxemburg 2007. 35 mm. Farbe. 83 Minuten. www.ueber-wasser.de/. Verleih: Neue Visionen Filmverleih GmbH, www.neuevisionen.de/
Tilman Langner, 26.6.2008
"Der Mensch begreift nicht, dass sein Überleben heute nicht mehr von der Bezwingung der Natur abhängt, sondern von Ihrer Bewahrung" (S. 331).
Das ganze Buch ist anhand des Lebens und Werkes von Cousteau eine Illustration dieses Wahrspruches.
Aufgrund einer zwanzigjährigen Zusammenarbeit mit Cousteau fühlt sich Susan Schiefelbein berechtigt zu einem autobiographisch angelegten Bericht über Cousteaus Leben und Forschen und seine weltweit gespannten Aktivitäten zur Erforschung der Meere und der Bewahrung unserer Umwelt. Auch wer bisher nichts über Cousteau wusste oder keinen seiner Fernsehfilme gesehen hatte - sie sollten längst wieder gezeigt werden! - bekommt ein außerordentlich detailreiches und faszinierendes Lebensbild dieses außergewöhnlichen Forschers vermittelt. Eine immense Fülle an Einzelheiten, Forschungsergebnissen und tiefschürfenden Reflexionen über Umweltprobleme auf der ganzen Welt lassen verfolgen, wie Cousteau vom begeisterten Taucher und Fischfänger zum erfindungsreichen Forscher und schließlich zum weltweit geachteten und agierenden Mahner für die Erhaltung und Bewahrung einer lebensfreundlichen Umwelt wurde.
Auf 30 S. berichtet die Coautorin zunächst Wissenswertes aus Cousteaus bewegtem Lebensweg und über die lange gemeinsame publizistische Tätigkeit. Es folgen acht Kapitel, in denen die Breite der Interessen und Aktivitäten von Cousteau dargestellt werden, wobei immer das Wasser (im Meer, in Flüssen, Seen und in Höhlen) Ausgangspunkt und Bindeglied darstellt. In ca 40 Jahren hat Cousteau eine solche Fülle von Expeditionen in allen Weltmeeren, mit jeweils neuester Tauch- und Dokumentationstechnik ausgerüstet, durchführen können, dass auf diesem Erfahrungsschatz aufbauend die ganze Breite der uns heute bewegenden Umweltprobleme in den Meeren, aber auch zu Lande und in der Luft verdeutlicht und die Bedrohtheit ihrer einzigartigen Schönheit vor Augen geführt werden kann. Besonders bewegend ist das Kap. 9: "Der heiße Frieden: Nuklearwaffen und Kernenergie", der Cousteaus Besorgnisse und Warnungen über die nur noch wenig kalkulier- und kontrollierbaren Risiken der Atomenergienutzung zur Energieerzeugung wie in der Waffentechnik darstellt. Der pessimistische Satz, der an das Eingangszitat anschließt, verdeutlicht das damit verbundene Dilemma: "Der Mensch hat sich zum höchsten Niveau an Unfähigkeit aufgeschwungen, dessen er fähig ist." (S. 331)
Die beiden letzten Kapitel ("Leben in einer Milliarde Jahren" und "Das Wunder des Lebens: der Mensch, die Orchidee und der Oktopus") bleiben Lösungen letztendlich schuldig, verdeutlichen aber die Hoffnung Cousteaus, die Unfähigkeit doch vielleicht überwinden zu können und das Leben auch kommenden Generationen auf unserer Erde zu ermöglichen.
Der Text lässt nicht erkennen, warum das Buch erst 10 Jahre nach Cousteaus Tod erschienen ist. Die letzten 10 Seiten bringen eine Zusammenfassung von Entwicklungen "was geschehen ist, seit dieses Buch geschrieben wurde", also in den 10 Jahren zwischen 1997 und 2007. Sie können eigentlich nur alle Besorgnisse, die im Buch ausgebreitet wurden, als fortexistierend auflisten.
Leider fehlt dem Buch ein Index oder auch ein zeitlich gegliederter tabellarischer Lebensabriss; beides würde meines Erachtens das Buch deutlich bereichern.
Jacques Cousteau, Susan Schiefelbein: Der Mensch, die Orchidee und der Oktopus. Mein Leben für die Erforschung und Bewahrung unserer Umwelt. Campus Verlag Frankfurt/New York 2008. 371 S., 13 Abb. EAN 9783593385648; ISBN-10: 3-593-38564-3. Preis: 24,90 Euro.
Jürgen Langner, 1.6.2008
Das Archiv der Zukunft sammelt und verbreitet Bilder des Gelingens rund um das Thema Lernen.
Warum sind Kinder die geborenen Lerner, Forscher und Entdecker? Welche Kindergärten und Schulen brauchen sie, damit sie diese wertvollen Anlagen weiterentwickeln können? Welche guten Beispiele zukunftsfähiger Bildungseinrichtungen gibt es? Wenn diese Fragen Sie bewegen, dann seien Ihnen die folgenden Dokumentarfilme von Reinhard Kahl wärmstens empfohlen:
Die Dokumentation Treibhäuser der Zukunft will aufzeigen, wie Schulen in Deutschland gelingen. Hier werden Schulen portraitiert, in denen Lust und Leistung zusammenpassen, in denen Lernen als Vorfreude auf sich selbst angesehen wird und in denen Lehrer nicht mehr belehren, sondern in denen sie Gastgeber ihrer Schüler sind und diesen mit unbedingter Solidarität bei ihren Lernprozessen zur Seite stehen. Als Beispiele dienen u.a. die Katholische Bodenseeschule St. Martin in Friedrichshafen, die Jenaplanschule in Jena, die Martin-Luther-Schule in Herten und die Montessori-Gesamtschule Potsdam. Die erweiterte Ausgabe (3 DVDs) enthält zusätzliches Material aus den besuchten Schulen und ausführlichere Interviews mit Bildungsexperten wie Hartmut von Hentig und Andreas Schleicher.
Kinder! setzt noch ein paar Jahre früher an und wendet sich Kindertagesstätten in ihrer Bedeutung als Bildungseinrichtungen zu. Der Film will u.a. das Vertrauen in den Selbstorganisationsprozess des sich entwickelnden Kindes stärken und greift dabei auf Erkenntnisse der Entwicklungspsychologie, der Säuglingsforschung und Neurobiologie zurück. Kinder kommen nicht als "unbeschriebene Blätter" zur Welt, sie müssen nicht geformt werden - vielmehr wissen schon Kleinkinder instinktiv, was sie lernen müssen und wann und wie. Wer z.B. jemals ein Kleinkind bei seinen ersten Stehversuchen beobachten konnte, hat vielleicht einen Eindruck davon bekommen, mit welcher Intensität Kinder ihr natürliches Lernprogramm absolvieren, wenn man sie dabei nicht behindert. - Der Film stellt Kitas vor, die diesen Selbstorganisationsprozessen vertrauen und ihren Kindern viel zutrauen. Ob dabei Musiker und Handwerker - also Menschen, die etwas gut können - als Botschafter aus der tätigen Welt einbezogen werden, ob Kinder zu eigenen Experimenten und Entdeckungen in der freien Natur ermutigt werden oder ob die Kita-Räume so gestaltet werden, dass sie die Kinder herausfordern: Es gibt viele Ansatzpunkte für Kindertagesstätten, die sich zu guten Einrichtungen entwickeln wollen.
Mit dem Film Eine Schule, die gelingt portraitiert Reinhard Kahl die Helene-Lange-Schule in Wiesbaden und ihre langjährige Schulleiterin Enja Riegel. Er würdigt damit eine Schule, die bereits seit Jahren ein Treibhaus der Zukunft ist.
Spitze. Schulen am Wendekreis der Pädagogik führt uns nach Skandinavien: nach Finnland, Schweden und Dänemark. In diesen Ländern werden die Kinder nicht nach Leistungsniveau selektiert und auf verschiedene Schulformen verteilt, sie absolvieren - nach der Vorschule - vielmehr eine Gesamtschule, die in Finnland z.B. neun Jahre dauert. Danach geht die Mehrzahl der Schüler aufs Gymnasium, in Schweden erwerben 75% und in Finnland 70% der Jugendlichen die Studienberechtigung. Wie gelingt es diesen Ländern, ihre Leistungsspitzen zu stärken und gleichzeitig das allgemeine Leistungsniveau zu heben? Die Lehrer und Bildungsexperten, die in dem Film zu Wort kommen, sehen mehrere Gründe dafür. Anstelle der in Deutschland üblichen Selektion steht in Skandinavien die individuelle Förderung der Kinder. Unterrichten wird nur als ein Aspekt der Schule angesehen, selber oder von Mitschülern zu lernen ist ebenso wichtig. Die Lehrer verstehen sich als Team, dessen Arbeitsplatz die Schule ist. Die Schulen sind Ganztagsschulen; Mittagessen und Freizeitangebote gehören zum Schulalltag. Und nicht zuletzt: In der Gesellschaft z.B. Finnlands hat sich schon länger die Erkenntnis durchgesetzt, dass die junge Generation als zukünftiger Leistungsträger dringend gebraucht wird - und das schlägt sich u.a. in der Finanzierung des Bildungssystems, der Achtung des Lehrerberufs und der Achtung der Schüler nieder.
In dem Film Das Wunder von Bremen wird schließlich ein Bildungsexperiment in Deutschland - das Jacobs Sommercamp - dokumentiert. Grundschüler aus einem "sozialen Brennpunkt" haben im Sommer 2004 vier Wochen gemeinsam gelebt und gelernt. Sie haben Theaterstücke erarbeitet, zwei Stunden täglich Deutsch gelernt und ihre Freizeit miteinander geteilt. Die wissenschaftliche Begleitung konnte enorme Zuwächse in der Sprachkompetenz belegen; aber auch das Selbstvertrauen der Kinder und ihr Verhalten gegenüber anderen Kindern sowie Erwachsenen hat sich spürbar weiterentwickelt. Ähnliche Sommercamps wurden daher auch in den Folgejahren durchgeführt, und mit den Forscherferien in Kiel sowie der Kinderwerkstatt Sterntaler in Kassel hat das Projekt eine Ausweitung und Weiterentwicklung erfahren.
Reinhard Kahl setzt in seinen Filmen auf die Provokation des guten Beispiels. Dieses Konzept geht auf: Die Filme können Wut machen, weil es noch immer viel zu wenig Einrichtungen und Projekte wie die hier gezeigten gibt und weil man als Zuschauer ahnt, welche Entwiclungsmöglichkeiten damit vielen Kindern vorenthalten werden. Sie können aber auch Mut machen, weil sie zeigen, dass es gute Konzepte gibt und Entwicklungen möglich sind.
Die Dokumentarfilme sind in jeweils mehreren Versionen erhältlich (insbesondere als VHS bzw. als DVD; zudem gibt es erweiterete DVD-Ausgaben mit umfangreichem Zusatzmaterial), daher soll hier auf Preisangaben und weitere Details verzichtet werden. Informieren Sie sich bitte bei www.archiv-der-zukunft.de/, bei www.beltz.de/ oder im Buchhandel.
Tilman Langner, 20.4.2008
Die pädagogisch inszenierte Naturerfahrung geht u.a. auf Cornell zurück und gehört heutzutage zum Standardrepertoire der Umweltbildung. Aber ist sie in einer Zeit, da sich Umweltbildung zur Bildung für Nachhaltigkeit weiterentwickelt, überhaupt noch angemessen? Was bewirken Naturerfahrungen bei Kindern und Jugendlichen? Und inwieweit wurde das Konzept der Naturerfahrungspädagogik seit den ersten Veröffentlichungen von Cornell weiterentwickelt? Derartigen Fragen war die Salzburger Tagung "Natur erleben. Neues aus Forschung und Praxis der Naturerfahrung" gewidmet, die in dem vorliegenden Band dokumentiert wird.
Antworten wurden überwiegend aus wissenschaftlicher Perspektive gegeben; wer einen Band mit Handlungsanleitungen zum Nachmachen sucht, wird enttäuscht sein. Dennoch ist das Buch auch für Praktiker hoch empfehlenswert, wenn diese bereit sind, ihre eigene Praxis kritisch zu reflektieren. Thesen wie "Naturerlebnisse sind nicht herstellbar" (Beitrag von Ulrich Gebhard) oder Befunde, nach denen kaum ein Zusammenhang zwischen Umweltwissen und umweltbezogenem Handeln besteht (Beitrag von Armin Lude) sollten auch jedem Praktiker zu denken geben.
Mit seinem Schlagwort der "Bambisierung" schlägt Rainer Brämer den Bogen zur Bildung für Nachhaltigkeit, denn er konnte nachweisen, dass Jugendliche viel mehr einer romantisch verbrämten Naturschutzideologie nachhängen als eine schonende Nutzung der Natur zu akzeptieren, die ja einen Kern des Leitbildes "Nachhaltigkeit" darstellt.
Für die Dokumentation einer Tagung mit überwiegend wissenschaftlichen Beiträgen ist - das sei ausdrücklich betont - der Band außergewöhnlich liebevoll aufgemacht.
In der zweiten Hälfte des Buches wird es dann auch noch praktisch konkreter. Beiträge etwa zur Umweltbildung im Nationalpark (Angelika Staats) oder zur Landart (Sybille Kalas) zeigen den aktuellen Stand der Naturerlebnispädagogik auf und laden zum Nachmachen ein.
Schließlich schlagen Beiträge zur Naturtherapie (Anke Schlehufer) und zur Tiefenökologie (Andreas Schelakovsky) Brücken zu Themen, die für viele Umweltbildungsakteure Neuland darstellen dürften.
Ulrike Unterbruner/Forum Umweltbildung (Hrsg.): Natur erleben. Neues aus Forschung und Praxis der Naturerfahrung. StudienVerlag Innsbruck Wien Bozen, 2005. ISBN: 978-3-7065-4102-2. Preis: 23,00 Euro.
Tilman Langner, 20.4.2008
In seinem Buch "Das Insektenhotel" geht Günzel in der Einleitung auf das oft angespannte Verhältnis der Menschen zu unseren kleinen Mitgeschöpfen ein. Er regt dazu an, sich näher mit diesen zu beschäftigen, um die Faszination der Insekten zu erkennen. Günzel erklärt, warum Insekten Hotels brauchen und gibt einen kurzen Überblick über Sozialverhalten und Nutzen von Insekten. Im nachfolgenden Hauptteil stellt Günzel unsere wichtigsten "Nutzinsekten" vor und beschreibt verständlich und klar, wie mit einfachen Mitteln den betreffenden Arten ein Unterschlupf gebaut werden kann. Im letzten Drittel des Buches werden die für Insekten nützlichsten Lebensräume in Gärten, auf Terrasse und Balkon vorgestellt und welche Pflanzen und Strukturen diese zum Anziehungspunkt für Insekten werden lassen. Auch hier werden wieder Insektenarten vorgestellt. Es ist allerdings nicht ganz klar, nach welchen Kriterien die vorgestellten Arten ausgesucht wurden. Auf den letzten Seiten gibt Günzel Tipps zum Beobachten der Insekten-Gäste.
Das Buch gibt einen guten, kurzweiligen Überblick über die verschiedenen Insektenarten, die wir in unseren Gärten finden können, einschließlich ihrer Lebensweise, Sozialverhalten und weiteren Besonderheiten. Die praktischen Tipps zum Bau der Nisthilfen bzw. Gestaltung des Gartens sind gut verständlich dargestellt und laden zur sofortigen Umsetzung ein. Der einzige Kritikpunkt an dem ansonsten sehr gelungenen Buch ist das Fehlen einer kritischen Beleuchtung der einseitigen Förderung der Honigbiene, durch die vielerorts erste viele Wildbienen in Bedrängnis geraten sind.
Wolf Richard Günzel: Das Insektenhotel. pala-Verlag, 2007. ISBN: 978-3-89566-234-8. Preis: 14,00 Euro.
Dr. Christa Budde, 2.4.2008
Die Beschreibungen der letzten tropischen Urwälder der Erde und die Ursachen und Hintergründe ihres Verschwindens füllen ein ganzes Buch. Geschrieben mit einer großen Begeisterung für die Natur einerseits und andererseits mit ordentlich Wut im Bauch über deren maßlose Zerstörung durch diejenigen, die sich selber als zivilisiert betrachten.
Bemerkenswert ist, dass Frau Grundmann dieses Buch so schreiben und veröffentlichen konnte. So erteilt sie auch den Menschen explizit das Wort, denen wir täglich den Boden unter den Füßen wegreißen – wie z. B. Raoni, dem Führer der Bewegung zum Schutz des Regenwaldes in Amazonien. Raoni sagte vor 15 Jahren: (Zitat, S. 312): „Der weiße Mann ist seltsam. Er nimmt sich keine Zeit zum Träumen, zum Nachdenken, zum Genuss der Schönheiten der Erde wie dem Morgenrot oder einem abendlichen Bad im klaren Wasser eines Flusses. Er blickt niemals zu den Sternen auf. Nur Geld ist ihm wichtig, immer nur Geld. Er rennt, bis er tot umfällt. Sein Leben läuft vor ihm davon. Sogar für das Wasser, mit dem er seinen Durst löscht, muss er bezahlen. Er lebt nicht. Er überlebt in einer Welt, die für uns unverständlich ist. (...) Der weiße Mann weiß nicht, wer er ist. Er teilt nicht. Ich habe Bettler auf den Straßen gesehen. Und Menschen, die blicklos an ihnen vorübergingen. Ihr habt keine guten Führer. In unserer Gesellschaft gibt es keine Bettler. Wir helfen uns gegenseitig. Vielleicht sind wir ja menschlicher als ihr. “ (Zitat Ende)
Dies ist keine leichte Kost, zeigt das Buch doch an zahlreichen Beispielen auf, dass uns Mutter Natur als Schnäppchen verkauft wird. Aber wer hat uns eigentlich beigebracht, dass wir da zugreifen müssen? Spätestens in diesem Buch finden wir reichlich Argumente für eine kritische Betrachtung unserer Lage.
Emmanuelle Grundmann: Wälder, die wir töten. Riemann, 2007. ISBN: 978-3-570-50086-6. Preis: 18,00 €
Meike-Christine Karl, 9.3.2008
Die vorliegenden Materialien richten sich an Schüler der Sekundarstufen I und II. Das Heft inklusive DVD ist darauf ausgelegt, mit Hilfe der 5 Filme und dazu vorbereiteten Fragen und Arbeitsblättern
Die Filme werden sehr ausführlich von einem deutschsprachigen Erzähler dokumentiert, der damit die Rolle des jungen, reisenden Künstlers Raul einnimmt.
Die im Heft befindlichen Texte und Arbeitsblätter bringen die Thematik auf den Punkt und konzentrieren sich dabei vor allem darauf, bei den SchülerInnen ein Problembewusstsein zu erzeugen. Die dazu formulierten Aufgabenstellungen fordern die SchülerInnen schließlich dazu auf, mögliche Lösungsansätze zu erarbeiten.
Der Einsatz dieses Materials kommt sicherlich den Vorstellungen von SchülerInnen zu modernen Unterrichtsformen sehr entgegen. Dennoch sollten LehrerInnen sich die Zeit nehmen, die Filme vorher zu sichten und ggf. den Teil auszuwählen, der thematisch am besten an die momentanen Lebenswelt Ihrer Schüler anknüpft. So ist es auch Aufgabe der Vorbereitung und Unterrichtsgestaltung, diesem teilweise sehr intimen Einblick in das Leben der gezeigten Personen das nötige Maß an Ernsthaftigkeit entgegen zu bringen, das diese Menschen verdienen. Dies ist mit Schülern der Sekundarstufe I sicherlich nicht immer einfach.
Siegmund Thies: Indianer heute – Streifzüge durch Equador. Anregungen für den Unterricht inklusive DVD mit 5 Filmen. ARA. ISBN: 978-3-00-022228-3. Preis: 17,50 €
Meike-Christine Karl, 9.3.2008
Morgan Spurlocks Film „Super Size Me“ dürfte vielen bekannt sein – zumindest all jenen, die sich mit dem Thema Gesundheit und Ernährung intensiver beschäftigen.
Das Buch untermauert die Tatsachen des Dokumentarfilms mit diversen Statistiken und liefert eine Menge Hintergrundinformationen – 3mal am Tag Fast Food kann nicht gesund sein. Zunächst bewies Spurlock dies mit seinem Selbstversuch im Film, indem er sich 30 Tage von McDonalds ernährte; nun liefert er die wissenschaftlichen Beweise dazu und verdeutlicht die Folgen des regelmäßigen Fastfood-Konsums in der heut immer fetter-werdenden amerikanischen Gesellschaft, die mittlerweile die dickste Nation der Welt ist.
Zweifelhafte Nährwerte der Produkte, gezielte Kinderwerbung, die Rolle der Landwirtschaft und Futtermittelindustrie und die Regierung in der Verantwortung als Schulträger werden unter anderem angesprochen.
Das Buch lässt sich sehr gut und zügig lesen und spart in keiner Weise an Kritik des „Big Food Business“. Trotz allem ist dieses Buch jedem zu empfehlen, der nicht so dick werden will wie viele Mitbürger beziehungsweise als Fastfood-Konsument vor hat, sein Gewicht zu reduzieren – egal ob als Leser vom Fach oder Normalo. Denn auch wenn der „Angriff der Killerburger“ sich territorial auf die USA bezieht, ist es nicht zu verschweigen, dass Deutschland in großen Schritten dieser traurigen Entwicklung folgt – Kinder wie Erwachsene. Noch hat Deutschland die Chance vorsorglich in größerem Maße gegenzusteuern, denn letztendlich treffen die Krankheitskosten aufgrund von Übergewicht nicht den Einzelnen sondern werden von der Gesamtheit getragen.
Morgan Spurlock: Angriff der Killer-Burger. Droemer-Knaur. ISBN: 978-3-426-77855-5. Preis: 8,95 €
Katrin Reichel, 10.2.2008
EXPERTIKUS Wasser 3/4 ist ein Materialpaket bestehend aus zwei Postern, zwei Experimentierkartensets, einem Handbuch und zwei Themenhandbüchern in einer Kunststoffmappe.
Wasser ist Rahmenplanthema im Sachkundeunterricht der Grundschule und von Natur aus ein spannendes Thema für Kinder. Lehrer kommen also nicht umhin, sich mit der Thematik auseinander zu setzen.
Unter dem Motto „Experimentieren, Begreifen, Präsentieren“ hat ein Autorenteam für Lehrer und Schüler Materialien zusammengestellt, die ein Arbeiten im Unterricht erleichtern. In einem allgemeinen Handbuch werden der Umgang mit dem Material, das Konzept und die Methodik beschrieben. Dabei konzentriert sich das Materialpaket auf zwei Themenschwerpunkte „Wasser und Natur“ und „Wasser und Mensch“. Diese beiden Themengebiete durchziehen das gesamte Material. Dazu sind je ein Poster, ein Themenhandbuch, eine Experimentierkartei mit 6 Experimenten und eine Overhead-Folie (entspricht dem Poster) entwickelt worden.
Unter dem Themenschwerpunkt „Wasser und Natur“ werden Niederschläge (Zustandsformen von Wasser, Wolkenbildung, Niederschlagsarten, Entstehen von Tau und Reif), Erdboden und Grundwasser (Wasser versickert, Wasserspeicherung im Boden) behandelt. In den Themenhandbuch ist werden die Experimente aus der Kartei ausführlich beschrieben, Kommentare erleichtern die Vorbereitung, Kopiervorlagen (Lückentexte, Malvorlagen oder Experimentierprotokolle) können für die theoretische Beschäftigung mit dem Thema genutzt werden und Lösungen sind aufgezeigt. In der dazugehörigen Experimentierkartei sind die Anleitungen je in vierfacher Ausführung, dies ermöglicht Gruppenarbeiten. Sechs Experimente werden zu diesem Themenkomplex empfohlen, allerdings handelt es sich hier um sehr einfache und bekannte Experimente, die bereits vielfach in verschiedenen Lehrermaterialien beschrieben sind.
Ebenso aufgebaut ist der Themenschwerpunkt „Wasser und Mensch“. Hier werden mit einfachen Experimenten die Trinkwasserversorgung (Wasserarten, Wasserleitungen, Wasserverbrauch) und das Thema Abwasser (Schäden durch verschmutztes Wasser, Filterungen grober Verschmutzungen, Verschiedene Stoffe ausfiltern) erörtert.
Abgerundet wird das Material mit einem Lernpfeil und einem Beobachtungsbogen für den Lehrer (welcher für eine umfassende Beurteilung einzelner Schüler sehr hilfreich erscheint), Vorschlägen zum Feedback und zur Lernkontrolle und einem Leitfaden zur Präsentation.
Alle Materialien sind sehr schön illustriert und übersichtlich. Die Experimentierkarten sind kindgerecht aufbereitet und niedlich mir einem Mäuschen versehen. Sie sind beschichtet, so dass ein Tropfen Wasser, der überschwappt keinen Schaden anrichtet.
Das Material ist gut aufgemacht und für eine grundlegende Beschäftigung mit Thema Wasser gut geeignet. Allerdings ist der Preis für in summa 12 bekannte Experimente sehr hoch.
Ursula Breu, Erik Dinges, Peter Nink, Gabriele Schickel, Sabine Weis: EXPERTIKUS Wasser 3/4. Finken-Verlag Oberursel, 2007. Bestell-Nr. 1485, Preis: 118,00 €. www.finken.de/
Sabine Langner, 1.2.2008
Im Vorwort wird ein wesentliches Ziel der Umweltkommunikation genannt: Umwelthandeln soll im Alltagsleben der Menschen verankert werden. Damit stellt sich die Frage, welchen Beitrag Großveranstaltungen wie z. B. Gartenschauen dazu leisten können. In diesem Buch werden sehr detailliert die Umweltbildungsangebote der IGA Rostock 2003, die gesamte Projektplanung, die praktische Durchführung und auch die Ergebnisse der Evaluation dargestellt. Hierzu liefern die Erfahrungsberichte nachfolgender Großveranstaltungen, darunter auch der BUGA 2005 in München ergänzende Aspekte.
Großveranstaltungen sind ein Magnet und fast ein Garant für viel Publikum. Entscheidend ist es, dieses Publikum und seine Erwartungen optimal zu „bedienen“. Dabei geht es nicht nur um die Erfolgsfaktoren, sondern auch explizit um die Stolpersteine und Grenzen, die der Umweltkommunikation im Rahmen von Großveranstaltungen gesetzt sein können. Unter dem Aspekt „kurz muss es sein“ wird z. B. deutlich, dass der Zeitplan von Schulklassen oft zu eng bemessen ist, um Aspekte der nachhaltigen Entwicklung wirklich in den Alltag der Schüler zu integrieren. Das ganz große Ziel nicht mit dem ersten Wurf erreichen zu können, muss aber nicht entmutigen, denn auch Denkanstösse und erste Erfahrungen mit Umweltthemen sind für Besucher von Großveranstaltungen ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.
Insgesamt ist mit diesem Buch vor allem eine wertvolle Handreichung für alle diejenigen gelungen, die Umweltbildungsprojekte für die Zielgruppen Schüler / Schulklassen planen.
Susanne Eich, Thomas Pyhel, Martin Schulte, Meike Wunderlich (Hrsg.): Umweltkommunikation auf Großveranstaltungen. oekom. ISBN: 978-3-936581-74-4. 24,80 €
Meike-Christine Karl, 4.1.2008
Wer sich schon mit naturwissenschaftlichen Experimenten für Kinder beschäftigt hat, dem ist Gisela Lück sicherlich bereits ein Begriff. In ihren Büchern "Leichte Experimente für Eltern und Kinder", sowie zwei Folgebänden zu diesem Thema beschreibt sie anschaulich einfache Experimente für Kinder. Es ist allerdings auch ihr Anliegen klar zu machen, dass Naturwissenschaften für Kinder nicht nur aus kuscheligen Eichhörnchen und bunten Blättern im Herbst, sprich Biologie, bestehen, sondern dass es außerdem noch die Themenbereiche Chemie und Physik gibt, die meist sträflich vernachlässigt werden.
Diese Gedanken stellt sie in der Einleitung zu "Forschen mit Fred" dar. Sie belegt durch eigene Forschungsergebnisse, wie sinnvoll Experimentieren bereits im Kindergartenalter ist und zeigt eindeutig auf, dass es kaum ein zu früh, sondern vor allem ein zu spät gibt um damit anzufangen. In der Einleitung erläutert sie auch ihr neues Konzept für die Darstellung der Experimente, das der narrativen Didaktik, d.h. das Einbetten der Experimente in kleine Geschichten.
Die Experimente werden in "Forschen mit Fred" tatsächlich in einem neuen, sehr praxisnahem Konzept vorgestellt. "Forschen mit Fred" ist kein Buch, sondern besteht aus einem dicken Ringordner. Zuoberst ist ein kleines Büchlein eingeheftet, in dem die Einleitung steht, gefolgt von den "erwachsenen" Erklärungen für die Experimente. Die Erklärungen sind so einfach und anschaulich gehalten, dass auch naturwissenschaftlich vollkommen unbeleckte Erzieherinnen keine Schwierigkeiten haben, sie zu verstehen. In einem grau unterlegten Kästchen folgt nach der Erklärung ein Beispiel aus dem täglichen Leben, in dem das soeben erforschte Phänomen auftritt.
Nach der Einleitung folgen die Experimente. Diese sind eingebettet in eine Geschichte über Fred, die Ameise. Jedes Experiment beginnt mit einer kleinen Geschichte, in der Fred auf eine interessante Frage stößt, der er anschließend mit seinem Freund Paul durch ein Experiment auf den Grund geht. Als erstes wird der Aufbau der Experimente für die Erzieherinnen erklärt. Übersichtlich wird dargestellt, welche Materialien benötigt werden, die Durchführung, was beobachtet werden kann. Dies sind die Impulskarten, die auch eine einfache kindgerechte Erklärung für das Beobachtete liefern. Jedes Experiment schließt mit den Schlussfolgerungen von Fred ab.
Zusätzlich gehört zu jedem Experiment eine Forscherkarte, die in doppelter Ausführung vorhanden ist. Hier werden das Experiment und die dafür benötigten Materialien noch einmal in Bildern dargestellt, so dass Kinder in kleinen Gruppen oder einzeln die Experimente selber mit- oder nachmachen können. Sowohl die Impuls- als auch die Forscherkarten sind einlaminiert und eignen sich daher hervorragend, gleich mit in die Experimentalstunden genommen zu werden. Schmutzige Kinderhände und verschüttete Experimentalflüssigkeiten können ihnen nichts anhaben.
Worum geht es bei den Experimenten? Zum Beispiel um Luft und Wasser und ihre Eigenschaften, darum wie man Gummibärchen – trocken - auf eine Tauchfahrt schicken kann oder wie man aus Milch Klebstoff herstellen kann. Die Materialien sind in jedem Haushalt oder in der Kindergartenküche zu finden. Fast alle Experimente sind aus Lücks ersten Büchern bekannt, aber hier sind sie zum Arbeiten in Kindergärten noch einmal praxisnah und kindgerecht aufgearbeitet. Für alle, die die Bücher von Frau Lück schon kennen, empfiehlt sich "Forschen mit Fred" daher zum direkten Einsatz in Kindergärten, für alle anderen sei das Buch als leichter und praxisnaher Einstieg in die Materie sehr ans Herz gelegt.
Gisela Lück: Forschen mit Fred – Naturwissenschaften im Kindergarten. Finken-Verlag, 2007. Best.-Nr. 1070, Preis: 64,90 Euro
www.finken.de/kindergarten/forschen_mit_fred/forschen_mit_fred.htm
Dr. Christa Budde, 30.10.2007
Mit ihrer Textsammlung wollen die Autoren einen kreativen Gegenwandel zur drohenden Klimakatastrophe initiieren. Im ersten Teil ihres Werkes präsentieren sie aktuelle Fakten und appellieren mit vielen konkreten Handlungstipps an jeden einzelnen Leser sowie an jede Leserin, etwas gegen den Klimawandel zu unternehmen. Es folgen ein Aufruf "Wir sind Kyoto!" sowie Gedichte, Fotos sowie andere kleine Kunstwerke, die zum Nachdenken über das Thema anregen. Für alle, die sich kreativ mit dem Kimawandel auseinandersetzen möchten, ist das Büchlein - und meiner Meinung nach besonders der zweite Teil - eine schöne Fundgrube.
Torsten Jäger: Klima - Wandel Dich! 113 Seiten. Edition Octopus. ISBN 978-3-86582-501-8; 14,70 Euro.
Tilman Langner, 24.9.2007
Die hier vorgestellten Medien können ausgeliehen werden (Ausnahme: Filme bzw. Datenträger, für die wir keine Verleihlizenz haben). Die Umweltbibliothek in der Badenstraße 45 hat dienstags 13-18:00 und donnerstags 13-16:00 geöffnet
Die Umweltbibliothek Stralsund ist eine
Einrichtung
des Umweltbüro Nord e.V.
Bitte unterstützen Sie uns durch Ihre Spende!