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Es ist noch viel zu wenig bekannt: Jeder, der in Deutschland Strom einkauft - so z.B. Privathaushalte, Unternehmen, Vereine oder Schulen - kann seinen Stromlieferanten frei wählen! Neben den etablierten Stromanbietern wie z.B. RWE oder E.ON gibt es inzwischen auch Unternehmen, die ausschließlich "Ökostrom" anbieten (siehe Energielinks - Strom). Dieser wird aus erneuerbaren / umweltfreundlicheren Ressourcen (Wind, Sonnenstrahlung, Wasserkraft, Biomasse, Erdwärme) gewonnen (siehe erneuerbare Energien). Daneben bieten verschiedene Stromanbieter (z.B. manche Stadtwerke) neben ihrem "normalen" Strom auch Ökostrom an.
Informieren Sie sich! Steigen Sie um! Es gibt nur wenige Bereiche im Alltagshandeln, wo Sie mit so wenig Aufwand wirksam zum Umweltschutz beitragen können.
Oktober 2006: Der Stromversorger RWE beantragt eine Laufzeitverlängerung für das 32 Jahre alte Atomkraftwerk Biblis A. Dezember 2006: Die Energie Baden-Württemberg (ENBW) beantragt eine Laufzeitverlängerung für das Atomkraftwerk Neckarwestheim 1. Beide Kernkraftwerke sollten eigentlich zu den ersten gehören, die aufgrund eines Vertrages mit der Bundesregierung ("Atomausstieg" der rot-grünen Bundesregierung unter Gerhard Schröder) abgeschaltet werden.
Die Umwelt- und Verbraucherorganisationen befürchten, dass damit der Atomausstieg schrittweise ausgehebelt werden soll. Sie rufen deshalb die Stromkunden in Deutschland zum "Atomausstieg von unten" auf: Wechseln Sie jetzt Ihren Stromlieferanten!
Für Sie als Verbraucher hat Ökostrom genau die gleichen Eigenschaften wie herkömmlich erzeugter Strom. Wenn Sie wissen möchten, wie bzw. woraus Ihr Strom hergestellt wird, schauen sie auf Ihre Stromrechnung. Seit Dezember 2005 müssen die Stromversorger in Deutschland die Verbraucherinnen und Verbraucher darüber informieren, aus welchen Quellen (Energieträgern) der gelieferte Strom stammt. Zugleich sind mindestens der Ausstoß des wichtigsten Treibhausgases Kohlendioxid und der Anfall radioaktiver Abfälle anzugeben.
Die gesetzlichen Grundlagen dafür sind das im Juli 2005 in Kraft getretenen Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) sowie eine EU-Richtlinie aus dem Jahr 2003.
Das Umweltbundesamt empfiehlt, sich an die Öko-Strom-Kennzeichen zu halten.
Quelle: Umweltbundesamt, 15.12.2005, www.umweltbundesamt.de/uba-info-presse/2005/pd05-075.htm
Unter Energielinks - Strom finden Sie einige Ökostrom-Anbieter.
Es gibt viele gute Gründe für den Wechsel zu Ökostrom, z.B.:
(vgl. auch Einführung Energie)
Das Werben für Ökostrom soll nicht darüber hinweg täuschen, dass auch dieser nicht ohne Umweltbelastungen hergestellt wird.
Daher gilt: Ökostrom ist nur im Vergleich mit herkömmlich erzeugtem Strom umweltfreundlicher. Das Energiesparen bleibt weiterhin wichtig!
Der Wechsel zum Ökostrom geht schnell, ist einfach und nicht teuer. Für einen durchschnittlichen Zweipersonenhaushalt liegen die Mehrkosten bei ca. 2 Euro monatlich, sie lassen sich durch Energiesparen leicht wieder reinholen.
Die Inititative "Atomausstieg selber machen" verweist auf die hohe politische Relevanz dieses Schrittes: Der Wechsel zum Ökostrom sei ein unübersehbares Zeichen an die Stromkonzerne in einer Sprache die sie verstehen, der Sprache des Geldes: RWE hat den Antrag auf Laufzeitverlängerung für das AKW Biblis A mit der Rücksicht auf die Aktionäre begründet. "Atomausstieg selber machen" soll dafür sorgen, dass die Aktionäre es gar nicht erwarten können, dass die Reaktoren abgeschaltet werden.
Entscheiden Sie sich für einen der Ökostromanbieter, die die Kriterien der beteiligten Umwelt- und Verbraucherverbände und Initiativen erfüllen! Einzelheiten zum Wechsel und zu den empfohlenenen Ökostromanbietern, umfangreiche Informationen zu umweltfreundlich erzeugtem Strom und vieles andere mehr: www.atomausstieg-selber-machen.de/wechsel
Erzählen Sie Verwandten, Freunden und Kollegen, wie einfach "Atomausstieg selber machen" ist. Für weitere Informationen steht Ihnen die bundesweit kostenfreie Hotline der Ökostromanbieter zur Verfügung: 0800 - 7 62 68 52 (für Anrufe aus dem dt. Festnetz; werktags 9-17 Uhr) Antworten auf häufig gestellte Fragen finden Sie auch hier: www.atomausstieg-selber-machen.de/hilfe Alternativ bzw. ergänzend können Sie sich ein Info-Paket zusenden lassen oder den Newsletter bestellen: www.atomausstieg-selber-machen.de/kontakt
In der Initiative "Atomausstieg selber machen" haben sich die folgenden Verbände zusammengeschlossen.
Grundsätzlich ja. Allerdings ist hier die Situation schwieriger als im Privathaushalt oder in einem Umweltverein:
Erstens bezahlen die Schulen in der Regel ihren Strom nicht selbst; das ist vielmehr Sache der Schulträger. Die Schulträger sind Vertragspartner der Stromproduzenten und daher können auch nur sie den Stromwechsel durchführen. Wer sich bereits mit Umweltschutz in Schulen befasst hat, weiß, dass es viel Kraft kostet, solche Veränderungen beim Schulträger umzusetzen.
Zweitens sind die Kommunen bzw. Landkreise (als bundesweit wichtigste Schulträger) in ihrer Haushaltsführung dem Prinzip der Wirtschaftlichkeit verpflichtet (sie müssen das günstigste Angebot wählen). Ökostrom ist jedoch noch immer teurer als herkömmlich erzeugter Strom. Das Umweltbundesamt hat jedoch bereits 1993 in seinem Handbuch "Umweltfreundliche Beschaffung" (3. Auflage) darauf hingewiesen, dass das Haushalts- und Vergaberecht einer umweltfreundlichen Beschaffung nicht grundsätzlich im Wege steht, denn natürlich darf eine öffentliche Einrichtung, wenn sie Leistungen ausschreibt, dabei auch Qualitätsanforderungen stellen. Die nachfolgenden Beispiele zeigen, dass öffentliche Einrichtungen / Gebietskörperschaften auf Ökostrom umgestiegen sind.
Und drittens lohnt es sich erfahrungsgemäß für die meisten Schulen, zunächst einmal energisch Energie zu sparen!
Daher: Gehen Sie möglichst sparsam mit Energie um und setzen Sie sich bei Ihrem Schulträger dafür ein, auf Ökostrom umzusteigen!
Einen Stromwechsel im Kleinen können Schulen realisieren, wenn sie auf iherm eigenen Dach eine Solaranlage installieren. Allerdings ist auch hier ein - oft langwieriger und nervenaufreibender - Abstimmungsprozess mit dem Schulträger erforderlich. Zudem decken die auf Schulen installierten Anlagen erfahrungsgemäß nur wenige Prozente des Stromverbrauchs der Schulen. Schließlich müssen die hohen Investitionskosten abgedeckt werden. Schulen, die eine eigene Solaranlage nicht finanzieren können, könnten das Dach jedoch für andere Investoren zur Verfügung stellen (wiederum nur in Abstimmung mit dem Schultäger). Die Kampagne „SolarLokal“ will möglichst viele für die Produktion von Solarstrom geeignete Dächer finden. Deshalb hat sie unter www.solarlokal.de eine kostenlose Dachbörse initiiert. Gerade für größere Photovoltaik-Projekte sei es schwierig, tragfähige Dächer zu finden, begründet die von der Deutschen Umwelthilfe und dem Unternehmen Solar World getragene Initiative den Start ihres neuen Projekts.
Um einen grundlegenden Wechsel der Energiepolitik "von unten"
zu erreichen, müssen noch viel mehr Menschen, Schulen oder
Betriebe auf Ökostrom umsteigen. Jedermensch kann durch fantasievolle
Aktionen dazu beitragen. Dazu nachfolgend ein konkretes Beispiel:
Für ihre Ökostrom-Wechselpartys hat die Leipziger
Medienfachfrau Ulla
Gahn den ersten Deutschen Klimaschutzpreis der Deutschen
Umwelthilfe
bekommen. Ulla Gahn war von ihrem Stromversorger zu einem
Anbieter
klimafreundlichen Stroms gewechselt, hatte dann bei einer
Party in den
eigenen vier Wänden Freunden und Bekannten ihre Motive
erklärt, sie bei
Kaffee und Kuchen mit Unterstützung von Fachleuten über
die
Wechselmodalitäten, über die Herkunft von Ökostrom
und seinen Preis
informiert und sie aufgefordert, das gleiche zu tun.
Der Zuspruch war so groß, dass nachfolgende Wechselpartys in Clubs oder in Räumlichkeiten von Bürgervereinen, schließlich in veritable Säle verlegt werden mussten. Das Ergebnis der ehrenamtlich und unentgeltlich organisierten Veranstaltungen war immer dasselbe: Die Besucher ließen sich in entspannter Atmosphäre beraten, genossen Kuchen und Kulturprogramm -- und wechselten in Scharen ihren Stromversorger. Inzwischen gab es erfolgreiche Veranstaltungen in Leipzig, München und Düsseldorf. Berlin, Hamburg, Köln und Frankfurt stehen auf dem Tourneeplan.
Quelle: DGS-News, 31.8.2007

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