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Auf einer Fläche von 23.180 km² (knapp 7% der Bundesrepublik) leben im nordöstlichsten Bundesland 1,7 Mio Menschen (2,1% der Bevölkerung der Bundesrepublik; Stand 2005). Mit 74 Einwohnern/km² ist M-V das am dünnsten besiedelte Bundesland.
(Alle Angaben aus: Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Mecklenburg-Vorpommern, 2007)

Wasser, Wind und Felder prägen das Gesicht von Mecklenburg-Vorpommern.
Der Aktionsplan Klimaschutz M-V wurde 2005 von der rot-roten Landeregierung verabschiedet. Hier werden - mit Stand 2005 - bisherige Aktivitäten der Landesregierung beschrieben. Hierbei werden einerseits interne Maßnahmen aufgeführt (z.B. das Land forstet Landesflächen auf bzw. lässt die Sukzession zu, die ebenfalls der Waldvermehrung dient - vgl. auch Bäume, Wälder und Klimaschutz). Den größeren Raum nehmen jedoch externe Aktivitäten ein, mit denen die Landesregierung auf das Handeln Dritter einwirkt, z.B.:
Das Wirtschaftsministerium hat die Erweiterung von Straßenbahnnetzen,
den Ersatz alter Busse und Straßenbahnen durch effizientere Fahrzeuge sowie
die Errichtung von Park-and-Ride-Anlagen finanziell gefördert. Ein zweiter
Förderschwerpunkt des Wirtschaftsministerium sind die erneuerbaren Energien
sowie die Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie.(Alle Angaben aus: Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommern, 2005)
Mit dem Regierungswechsel in Mecklenburg-Vorpommern Ende 2006 hat sich der Zuschnitt der Ministerien und auch ihrer Zuständigkeiten geändert. Die neue schwarz-rote Landesregierung will Aktionsplan Klimaschutz M-V Ende 2008 fortschreiben.
Die Energiewirtschaft (Erzeugung Strom + Wärme in Kraftwerken und auch in privaten Haushalten) verursacht in M-V mehr als 2/3 der energiebedingten CO2-Emissionen (siehe oben "Wussten Sie schon... "). Die weitere Entwicklung der Energiewirtschaft wird daher die künftige Rolle von M-V im Klimaschutz maßgeblich mitbestimmen.
Zuständig ist das Wirtschaftsministerium. Wirtschaftsminister Jürgen Seidel beschreibt die energiepolitischen Ziele wie folgt: "Die Energieversorgung sollte...
Das Wirtschaftsministerium entwirft dafür eine Strategie "Energieland 2020" und setzt dabei auf mehr Wettbewerb, neue Anbieter und neue Kraftwerke insbesondere am Energiestandort Lubmin (bei Greifswald, Standort des ehemaligen AKW Lubmin).
In Lubmin wollen die Energiekonzerne E.ON und Gazprom ein Gaskraftwerk mit einer Leistung von 1.200 Megawatt errichten. Es soll 2011 ans Netz. (Finanznachrichten.de 2008) Längerfristig soll hier russisches Gas aus der geplanten Ostseepipeline verbrannt werden, welche unweit des Kraftwerksstandortes an Land kommt. Als Zwischenlösung wird Gas mit einer Pipeline aus Berlin angeliefert werden.
Zudem soll in Lubmin ein Steinkohlekraftwerk gebaut werden. Investor ist der dänische Energiekonzern Dong Energy. Die Steinkohle soll per Schiff importiert werden.
Insbesondere das Steinkohlekraftwerk wird von Bürgerinitiativen und Umweltverbänden vehement abgelehnt. Einige zentrale Argumente sind nachfolgend angeführt:
Argumente der Umwelt- und Bürgerinitiativen
gegen die Kraftwerksplanungen in Lubmin |
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| Aspekt | Kohlekraftwerk | Gaskraftwerk |
| Strombedarf | M-V produziert derzeit (geringfügig) mehr Strom als es verbraucht; die Stromproduktion aus Windkraft wird künftig ausgeweitet. | |
| Wärmebedarf | Besonders effizient (und damit umweltfreundlich) ist die Kraft-Wärme-Kopplung - d.h. die bei der Stromproduktion anfallende Abwärme wird sinnvoll genutzt. Beide Kraftwerke werden jedoch deutlich mehr Wärme produzieren, als gegenwärtig in der Region gebraucht wird. Damit entweicht diese wertvolle Energie ungenutzt in die Umwelt. | |
| Wärmeabgabe | Mit dem fehlenden Wärmebedarf ist ein weiteres Problem eng verbunden: Erwärmtes Kühlwasser wird in den Greifswalder Bodden eingeleitet. Schon jetzt steht die Ostsee aufgrund des Klimawandels vor einem ökologischen Umbruch, kälteliebende Fischarten werden durch wärmeliebende Arten verdrängt. U.a. der Hering, der im Greifswalder Bodden ein wichtiges Laichgebiet hat, könnte betroffen sein. | |
| CO2-Ausstoß | Bei einer Auslegung mit zwei Blocks á 800 MW würde das Kraftwerk ca. 10,5 Mio t/a CO2 freisetzen (Ehlers 2007) und damit den energiebedingten CO2-Ausstoß des gesamten Landes M-V verdoppeln. | Der CO2-Ausstoß des Gaskraftwerkes fällt geringer aus, weil es eine geringere Leistung hat und bei der Verbrennung von Gas relativ weniger CO2entsteht. |
| Quecksilber-Ausstoß | Die Kohleverbrennung ist (nach umweltpolitischen Erfolgen in anderen Bereichen) heute eine der bedeutsamen Quellen, aus denen Quecksilber freigesetzt wird. Eine Belastung des Greifswalder Boddens wird befürchtet, mit Auswirkungen u.a. auf die Fischbestände und die Fischerei. | |
| Fazit | Ein Kohlekraftwerk am Standort Lubmin ist energie- und umweltpolitisch nicht sinnvoll. | Wenn es gelingt, in der Nähe des Kraftwerksstandortes in größerem Umfang Gewerbe mit hohem Wärmebedarf anzusiedeln (wie es das Wirtschaftsministerium erhofft), dann könnte ein Gaskraftwerk energie- und umweltpolitisch sinnvoll sein. Die Gewerbe-Ansiedlungen sind aber derzeit noch nicht in Sicht. |
| Quellen: Müller 2008 sowie http://kein-kohlekraftwerk-lubmin.de/index.html | ||
Geplant ist ferner, die Nutzung der erneuerbaren Energieträger weiter voranzubringen. Durch Repowering auf dem Lande (ältere kleinere Anlagen werden gegen neue größere ausgetauscht) sowie durch neue Offshore-Anlagen (auf dem Meer) wird M-V seine Windkraftkapazitäten auch künftig weiter ausbauen.
Auch die verschiedenen Formen der Nutzung von Biomasse bzw. Solarenergie sollen möglichst ausgebaut werden.
Schließlich verfügt M-V auch über Geothermie; es ist derzeit aber nicht absehbar, dass das Land aus eigener Kraft in diese Energiequelle investieren kann - es ist daher vorgesehen, zusätzliche Finanzmittel des Bundes bzw. der EU einzuwerben (vgl. hingegen Geothermie auf Island).
Das Wirtschaftsministerium plant ferner, die Strom- und Gasnetze auszubauen, die Energieeffizienz zu erhöhen, auch aus Abfällen Energie zu gewinnen (siehe Restmüll), neue Energien zu fördern und wo immer möglich positive Beschäftigungseffekte aus der Energiewirtschaft zu generieren.
Alle Bemühungen für den Klimaschutz dienen heutzutage (nur noch) dazu, den künftigen Anstieg der Temperaturen in einigermaßen verträglichen Grenzen zu halten (siehe Einführung Energie, Atmosphäre, Klima).
Dessen ungeachtet, stehen wir bereits mitten im Klimawandel, und eine verantwortungsvolle Klimaschutzpolitik muss sich daher auch mit möglichen Anpassungen an den Klimawandel befassen. Dabei geht es um zwei zentrale Fragen:
Einige ausgewählte Aspekte sollen hier kurz vorgestellt werden.
M-V hat 1.711 km Küste, davon 1.357 km Boddenküste und 354 km Außenküste (Staatliches Amt für Umwelt und Natur Rostock 2000).
Diese Küsten sind bedroht, wenn durch das Abschmelzen von Gletschern sowie die Erwärmung der Meere (und die damit verbundene thermische Ausdehnung des Wassers) der Meeresspiegel steigt. Bei einem Anstieg des Ostseespiegels um 25 cm würden z.B. 13% der Insel Usedom untergehen; bei einem Anstieg um 80 cm wären es 28% (Meier et. al. 2006). Auch Rostock und die Insel Hiddensee sind besonders bedroht. Sommermeier und Fröhle (2008) rechnen bis Ende des 21. Jahrhunderts mit einem Anstieg des Ostseespiegels um 20-30 cm.
Zudem wird damit gerechnet, dass Sturmfluten künftig stärker ausfallen als bislang.
Mit Maßnahmen wie Deichen, Sturmflutschutzdünen oder Sandaufspülungen können Küsten bzw. das dahinter gelegene überflutungsgefährdete Land geschützt werden (Urban 2001). Je höher der Meeresspiegel (bzw. die einzelne Sturmflut) steigt, desto aufwändiger werden allerdings diese Maßnahmen; Deiche müssten z.B. nicht nur höher sondern auch breiter angelegt werden, was die Baukosten erheblich vergrößert. Werden wir daher in weiterer Zukunft wenig besiedelte Küstenabschnitte aufgeben müssen?
Voraussichtlich wird es künftig in M-V wärmer werden. Bis 2030 wird mit einer Erwärmung um 1-1,5°C gegenüber dem Zeitraum 1961-1990 gerechnet. Zudem muss damit gerechnet werden, dass die Sommer in M-V künftig deutlich trockener werden; dafür werden die Winter voraussichtlich feuchter (Nakott 2007).
Bis Ende des 21. Jahrhunderts sind nach gegenwärtigem Kenntnisstand folgende Klimaveränderungen in M-V zu erwarten:
Prognostizierte Klimaveränderungen für M-V für den Zeitraum
2071-2100 |
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| Frühjahr | Sommer | Herbst | Winter | |
| Temperatur | +0,5°C bis +1,8°C | +1,5°C bis +3,5°C | +1,8°C bis +3,1°C | +2,8°C bis +5°C |
| Niederschlag | -15% bis +15% | 0% bis -50% | -30% bis + 5% | +5% bis +50% |
| Alle angegebenen Veränderungen beziehen sich auf den Vergleichszeitraum
1961-1990. Basis: Klimaszenario A1B, WETTREG-Modell, REMO-Modell; zitiert nach Romberg (2008) |
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Alle derartigen Aussagen sind mit Vorsicht zu betrachten; sie geben (nur) wahrscheinliche Trends an.
An diese (wahrscheinlichen) Veränderungen müssen sich die Land- und Forstwirtschaft anpassen, dabei sind u.a. folgende Herausforderungen zu meistern (u.a. Struck 2008):
Derartige Herausforderungen werden kaum mit einzelnen Maßnahmen wie etwa einer verstärkten Beregnung zu bewältigen sein. Das ganze landwirtschaftliche System muss angepasst werden, das schließt u.a. auch die Auswahl der Arten und Sorten (inclusive Züchtung), Aussaattermine, die Bodenbearbeitung, die Fruchtfolge und das Wassermanagement mit ein. (Struck 2008)
In der Fortstwirtschaft verlangt die Anpassung an den Klimawandel ein besonders vorausschauendes Denken und Handeln, denn die Bäume, die heute gepflanzt werden, müssen den für Ende des 21. Jahrunderts erwarteten Klimaveränderungen noch standhalten.
Der Tourismus ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige in M-V und das Land ist eine der wichtigsten Tourismusregionen in Deutschland. Der Sommertourismus an der Ostsee könnte durch den Klimawandel begünstigt werden. Schäden an den Küsten (siehe oben) oder Krankheitserreger in dem künftig wärmeren Ostseewasser könnten den Tourismus aber auch behindern (Bechtold et. al., 2006).
Die Erwärmung der Gewässer sowie der anhaltend hohe Eintrag der Pflanzennährstoffe Stickstoff und Phosphor in die Gewässer könnte die Blaualgenblüte verstärken und so die Gewässer- und damit auch die Erholungsqualität vermindern.
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Klimadetektive
ist ein Projekt des Umweltbüro Nord e.V. (www.umweltschulen.de/umweltbuero).
Klimadetektive wird gefördert von CO2NTRA - Eine Klimaschutz-Initiative der SAINT-GOBAIN ISOVER G+H AG. www.contra-co2.de/
Die Erstellung dieser Webseite wurde zudem gefördert durch das Land Mecklenburg-Vorpommern als Maßnahme der Umweltbildung, -erziehung und -information von Vereinen und Verbänden