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Unesco-Dekade

Multimedia in der Umweltbildung

Pro und Contra

Worum geht es?

Medium (lat.): das in der Mitte befindliche. Vermittelndes Element. Mittel, hier: zur Weitergabe von Information durch Sprache, Gestik, Mimik, Schrift oder Bild.

Multimedia: (nach APEL): Integration verschiedener Medien (Ton, Schrift, Bild, bewegtes Bild) auf einer Plattform (dem PC), wobei Interaktion zwischen Nutzer und Medien möglich ist, und in der Regel eine Vernetzung zwischen dem Medienträger und weiteren Objekten aus einem Intranet oder aus dem Internet gegeben ist.

Der ebenfalls übliche Begriff "neue Medien" ist weniger präzise, denn auch Buch, Kino oder Fernsehen waren zeitweilig neue Medien, und auch die Multimediatechnik wird nicht ewig "neu" bleiben.

Der Einsatz von multimedialen Anwendungen ist unter Umweltpädagogen durchaus umstritten:

Argumente CONTRA

  • Umweltbildung soll direktes Naturerleben, sinnliche Wahrnehmung, Liebe zur Umwelt wecken - das kann der Computer nicht.
  • Umweltbildung soll einen Gegenpol zur technisierten Alltagswelt schaffen - das schließt die Computernutzung weitgehend aus.
  • Multimedia-Technik bindet viele Ressourcen (Zeit, Geld). Dies ist nicht nur ein Problem für die Lehreinrichtungen und die Lehrenden, sondern auch für die Lernenden (wer wenig Geld hat, kann sich die Technik nicht leisten). Verschärft wird dies durch eine Industrie, die ständig neue Produkte "in den Markt drückt".
  • Es besteht die Gefahr, dass sich die Technik gegenüber den Inhalten "verselbstständigt".
  • Die Herstellung und der Betrieb der Technik sind wenig umweltfreundlich.
  • Übertriebene Computerarbeit kann die Gesundheit gefährden (Bewegungsarmut, Sehprobleme...).
  • Der Einzel-Lerner am Computerbildschirm kann nicht das Ziel der Umweltbildung sein.

Argumente PRO

  • Erleben und Wahrnehmung alleine reichen nicht aus. Multimediatechnik kann die kritische Reflexion unterstützen.
  • Umweltprobleme sind heutzutage ohne Wissenschaft, Technik und moderne Datenverarbeitung nicht zu lösen - das sollte auch die Umweltbildung bei der Wahl ihrer Mittel berücksichtigen.
  • Medienkompetenz ist eine wichtige Schlüsselqualifikation. Hier wird im Bildungssystem wesentlich mehr Aufwand investiert als für die Umweltbildung. Das kann die Umweltbildung als "Türöffner" nutzen, wenn sie attraktive mutlimediale Lernarrangements anbietet.
  • Der Mehraufwand für die Technik kann einen zusätzlichen pädagogischen Nutzen erbringen. Das, was z.B. computergestützte Simulationen oder die weltweite Kommunikation über das Internet leisten, kann mit herkömmlichen Mitteln nicht ermöglicht werden.
  • Es gilt Lernarrangements zu finden, die - neben der Mensch-Maschine-Interaktion - auch Interaktionen zwischen den Menschen fördern.
  • Es besteht die Chance, aus Medienkonsumenten Medienproduzenten zu machen.

Der Bereich "Multimedia in der Umweltbildung" auf diesem Server ist von der Auffassung geleitet, dass eine Diskussion um die beiden Alternativen "Ja" oder "Nein" verfehlt wäre. Ich halte es für spannender, am "Wie?" zu arbeiten. Wie können Multimediatechnologien so eingesetzt werden, dass sie die Umweltbildung tatsächlich bereichern und dass dabei der unvermeidbare Mehraufwand in einem angemessenen Verhältnis zum "pädagogischen Mehrwert" steht? Die hier beschriebenen Projekte verstehen sich in diesem Sinne als Experimente.

Ich freue mich auf Ihre Reaktionen, Hinweise, Fragen (Mail siehe unten).