Vorwort zur zweiten Auflage (2005)

Sie suchen Menschen, die Ihren Schülern Ferienwochen mit unvergesslichen Erlebnissen in den Naturlandschaften Mecklenburg-Vorpommerns ermöglichen? Sie wollen mit Ihren Kindern Wildtieren in ihrem natürlichen Lebensraum begegnen? Sie möchten für körperlich benachteiligte Menschen eine Bootsfahrt entlang der Küsten Mecklenburg-Vorpommerns organisieren? Dann halten Sie genau die richtige Broschüre in den Händen. Dieses Heft präsentiert Ihnen eine Übersicht von Einrichtungen bzw. Angeboten der Umweltbildung in einem großen Teil Mecklenburg-Vorpommerns.

Was meint Umweltbildung eigentlich? Mitnichten nur das Verbreiten der Weisheit, dass es uns allen gut tun würde, weniger Müll in die Landschaft zu kippen. Vielleicht beschreibt die Formulierung „Natürliches Lernen“ passender, was die Angebote dieser Broschüre wollen. Sie helfen uns, im Gegensatz zu anderen Bildungsformen, durch eigene Erfahrungen, durch eigenes Handeln Neues zu lernen. Respekt vor anderen Lebewesen, ungekannte Begegnungen in der Natur, Mut zu neuen Taten – all das sind mögliche Ergebnisse der Veranstaltungen, die Sie mit uns erleben können.

Umweltbildungszentren müssen sich im positiven Sinn mit Konkurrenten auseinandersetzen. Unsere Medienlandschaft macht es möglich, uns jederzeit, ob im Internet, Fernseher oder in einer Zeitschrift über Naturschätze unseres Landes zu informieren. Doch ist es das allein, was wir wollen? Ist es nicht vielmehr der ganz persönliche Kontakt mit handelnden Menschen, der uns wirklich berührt? Ihre Begeisterung für die verbliebenen Fischotter in unserem Land mitzubekommen oder ihr Engagement für eine gerechte Nutzung der Regenwälder zu spüren. Solche Menschen finden wir in den Umweltbildungszentren. Ob im Urlaub oder in der Nähe unserer Wohnorte, es lohnt sich bestimmt, die dortigen Veranstaltungen zu besuchen.

Umweltbildung bezeichnet inzwischen auch eine Branche. Bildung ist ein Markt und Umweltbildungszentren müssen mehr und mehr unabhängig von staatlichen Beihilfen existieren. Bisher hat es ihnen überwiegend nicht geschadet. Im Gegenteil. Durch wirtschaftliche Überlegungen motiviert lassen sie sich auf die gesellschaftlichen Veränderungen ein und erproben ergänzend zum Bewährten neue Methoden. So haben Umweltpädagoginnen und -pädagogen inzwischen eine größere Ahnung davon, wie Umweltthemen an ihre „Kunden“ kommuniziert werden können. Die Moralkeule hat sich dabei als ungeeignet erwiesen. Inzwischen ist auch hier erlaubt, was Spaß macht. Und das kann eine Kunstwerkstatt ebenso sein, wie Computerspiele oder ein Pflegeeinsatz auf einer Feuchtwiese. Jeder kann wählen.

Bei allem „business“, ohne staatliche Förderung geht es für Umweltbildner auch hierzulande noch nicht. Darum Dank und Anerkennung all jenen, die sich in den Ämtern und Gremien auch in Zeiten heiß umkämpfter Haushalte für die Vielfalt an außerschulischen Bildungsangeboten stark machen. Ein besonderer Dank gilt der Norddeutschen Stiftung für Umwelt und Entwicklung (NUE), dem Umweltministerium des Landes Mecklenburg-Vorpommern, der Hansestadt Rostock und der IGA 2003 GmbH Rostock, die durch ihre finanziellen Beiträge diese Broschüre ermöglicht haben.

Wir, als Arbeitsgemeinschaft Natur- und Umweltbildung, leisten unseren ganz speziellen Beitrag für eine bunte Umweltbildungsszene in Mecklenburg-Vorpommern. Unsere Mitglieder, seien es Mitarbeiterinnen von Umweltbildungszentren oder freiberufliche Bildungsexperten, werben für anspruchsvolle Bildungs- und Erholungsangebote, knüpfen Partnerschaften, beraten und führen Veranstaltungen selbst durch. Vielleicht möchten auch Sie dieses Anliegen unterstützen? Mit ihren Fragen, Hinweisen und Ideen sind Sie bei uns jederzeit willkommen.

Dieses Heft (bzw. diese Website) ergänzt aufgrund der Vielzahl neuer Angebote unseren bereits vorliegenden ausführlichen Bildungsatlas Umwelt & Entwicklung 2004/2005, den Sie über unsere Geschäftsstelle erhalten können. Die vielfältigen Informationen wurden zusammengestellt und gestaltet von den Mitarbeiterinnen des Umweltbildungsprojektes der IGA Rostock 2003 GmbH und dem Umweltbüro Nord e.V. Stralsund. Wertvolle Hilfe bei der Koordination leistete das Büro für Umweltprojekte Rostock. An sie geht ebenso ein herzlicher Dank wie an die vielen ehrenamtlich engagierten Menschen, die durch ihr unentgeltliches Wirken ein Überleben vieler Umweltbildungseinrichtungen Mecklenburg-Vorpommerns in wirtschaftlich schwierigen Zeiten erst möglich machen.

Arndt Müller

Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Natur- und Umweltbildung (ANU) e.V.,
Landesverband Mecklenburg-Vorpommern